SO GEHT GLÜCK! Schulfach für ein ganzes Leben Buchautorin Petra Lahnstein im Interview

Petra, du hast einen Roman über das Schulfach Glück geschrieben. Wie kamst du auf die Idee?

Ich bin Ernst Fritz-Schubert und dem Schulfach Glück im Jahr 2015 das erste Mal begegnet und war gleich fasziniert von der Idee, Schule wieder zu einem Ort machen zu wollen, an dem Schüler gerne sind. Als Buchautorin hatte ich sofort den Wunsch, daraus eine Geschichte machen zu wollen, die Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen anspricht und unterhaltsam über das Schulfach Glück informiert.

Welche Geschichte erzählst du in dem Buch? Wie das Schulfach Glück entstanden ist oder was es bei Schülern bewirken kann?

Beides. In dem Buch geht es um Alexandra, Fabrice und Sarah – Eine Lehrerin, die in einer unglücklichen Ehe steckt und beschließt, das Schulfach Glück einzuführen, einen  jungen Mann, der den Sinn des Lebens sucht und ein Mädchen, das Kummer und Sorgen mit Essen kompensiert.

Drei Geschichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten …

Stimmt! Und doch vereint sie eines: Die Suche nach dem persönlichen Glück fürs Leben, das sie ausgerechnet bei der Entwicklung eines neuen Schulfachs finden: Dem Schulfach Glück.

Ein Buch über Glück, noch dazu in der Schule – triffst du da auch auf Kritiker?

Zum Glück nur selten. Sollte aber tatsächlich mal eine kritische Fragen aufkommen, dann betone ich, dass es im Schulfach Glück nicht um das kurze Hochgefühl eines Glücksmoments geht, den man bei einer bestandenen Prüfung oder beim Sport empfindet und auch nicht darum, den größten Besitz anzuhäufen oder die besten Lebensumstände zu haben. Vielmehr möchte das  Schulfach Glück Schülern zeigen, wie sie ein dauerhaftes Gefühl des Wohlbefindens (Lebensglück) erlangen und in schwierigen Zeiten resilienter (stress-resistenter) werden können. Du als Schulfach Glück – Experte weißt ja, wovon ich spreche …

Allerdings! Dann vermittelst du auch Fachwissen und Übungen aus dem Schulfach Glück?

Ja! Unbedingt! Mir war es wichtig, trotz fiktiver Romanform die wissenschaftliche Basis des Schulfachs Glück zu vermitteln. Daher beschreibe ich die fünf Lernziele Selbstsicherheit, Zuversicht, Leistungsfreude, Selbstvertrauen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen,  die, Dr. Ernst Fritz-Schubert, Gründer und Erfinder des Schulfachs Glück formuliert hat. Ebenso die Phasen, Module und Methoden, die zur Erreichung dieser Lernziele eingesetzt werden können.

Also Fachwissen über das Schulfach Glück ohne ein Fachbuch zu sein?

Genau! Es gibt ja bereits Fachliteratur und Praxisunterlagen für den Schulfach Glück Unterricht. Ich will mit meinem Roman auch Menschen erreichen, die sich bisher noch nicht mit dem Schulfach Glück auseinander gesetzt haben und denen Begriffe wie Positive Pädagogik und Positive Psychologie noch fremd sind. Ich hoffe, eine gute Mischung aus Unterhaltung und Wissen gefunden zu haben.

Du selbst hast die einjährige Weiterbildung zur Glückslehrerin des Fritz-Schubert-Instituts für Persönlichkeitsentwicklung in Heidelberg durchlaufen. Wie sieht dein eigenes Lebensglück jetzt aus?

Das war eine tolle und spannende Zeit, in der ich viel über mich selbst herausgefunden habe und unter anderem meine Festanstellung aufgegeben habe, weil sie mich nicht glücklich gemacht hat.  Neben meiner Tätigkeit als Buchautorin und Journalistin, unterrichte ich selbst das Schulfach Glück in Schulen:  in Form von Workshops, Projektwochen und Glücks-Wandertagen. Darüber hinaus nutze ich mein Wissen auch für meine Coachings für Kinder- und Jugendliche.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sehr gerne.

So geht Glück! Schulfah für ein ganzes Leben.
Mehr zum Buch findest du hier

GlücksBilder (Aktion von September 2018 – Du kannst nicht mehr teilnehmen)

Wir rufen zu einer Aktion auf, für mehr GlücksMomente 🙂

Hier das Video dazu. Fallst du lieber liest als schaust, findest du die Beschreibung weiter unten – auch den Hintergrund der Aktion.

Videoaufbau:
– Einführung bis Minute 1:09
– Übungsbeschreibung ab Minute 1:09 bis 4:40

GlücksBilder Aktion

1. GlücksBilder finden

  • die Aktion läuft bis zum 10. September 2018
  • am besten: 7 Tage Bilder machen
  • geht auch: die nächsten Tage Bilder aus deinen bestehenden Gallerien raussuchen

2. GlücksBilder senden (mit Deinem GlücksNamen)
Dazu bieten wir dir drei Alternativen an:

3. Aus allen Einsendungen werden nach dem 10.09.18 sieben Gewinner-Bilder ausgewählt
und über unsere Websites, Facebook und Instagram veröffentlicht. Dazu ist dein GlücksName wichtig. Bitte füge ihn in der Email oder Facebook hinzu.

Hintergund der Aktion

Wie wir die Umwelt wahrnehmen, so ist sie für uns. Zum Teil bestimmen wir allerdings, was wir wahrnehmen. Das ist ein umfangreicher Prozess.

Glück Light

Um damit anzufangen, habe ich „Glück Light“ entwickelt. Es besteht aus kleinen Übungen, die man einfach und bequem machen kann, um mehr GlücksMomente zu erleben. Das ist nur ein Teil des Gesamtkonzepts „Glück“ – und ein besonders schöner und spaßiger 🙂

Die Glücksübungen verändern die Art, wie wir die Dinge betrachten. Wir setzen den Fokus auch auf das Positive und deuten Situationen um (Stichwort: Reframing). Negative Ereignisse werden nicht ignoriert, sondern ein Ausgleich dazu geschaffen.

GlücksBilder sollen dir für den Moment viele Glücksmomente schaffen. Mittelfristig trägt die Übung auch dazu bei, dass sich deine Art, deine Umwelt wahrzunehmen, verändert. Du bist immer besser in der Lage, verschiedene Standpunkte einzunehmen und neben den Herausforderungen des Lebens auch das Positive zu schätzen.

 

Diesen unglücklichen Fehler machen Nachrichten-Medien

Ich bin fest davon überzeugt, dass Nachrichten unser Bild von der Welt nachhaltig negativ verzerren. Das hat einige unglückliche Folgen und ginge einfach besser.

Emotionale Wirkung von Nachrichten

Bringen dich Nachrichten schlecht drauf? Kein Wunder. Über einige Tage habe ich notiert, wie Nachrichtensender wie Tagesschau oder Tagesthemen auf mich wirken: Wie lange sind die Beträge, welches Thema, wirkt das auf mich positiv oder negativ, hat das mit meinem direkten Umfeld zu tun oder nicht. Mache das doch auch mal – so zum Vergleich. Schreib mir deine Erfahrungen.

Das Ergebnis war niederschmetternd. Über 80% der Nachrichten wirkten auf mich negativ – Katastrophen, Ausländerfeindlichkeit, Handelsstreit. Fast 50% der Nachrichten hatten mit meinem Leben so gut wie nichts zu tun – z.B. Tote bei Waldbränden in Kalifornien.

Die Argumente der Nachrichtensender kenne ich. Zum einen geht es um Einschaltquoten, zum anderen darum, dass nun mal von der Redaktion Themen ausgesucht werden müssen, die für die breite Mehrheit relevant sind usw. Aber was ist die Wirkung auf uns? Welche Verantwortung tragen die Fernsehsender mit Ihrer Auswahl?

Aus psychologischer Sicht ist die Situation dramatisch. Hier zwei Beispiele.

Verfügbarkeits-Heuristik

Wenn wir häufig mit etwas in Kontakt kommen, gehen wir davon aus, dass es auch häufig vorkommt. Klingt erst einmal nachvollziehbar. Flugzeugabstürze sind schlimme Katastrophen über die von Zeit zu Zeit in den Medien berichtet wird. Allerdings sind diese sehr selten. Wenn sie geschehen wird im Verhältnis wesentlich häufiger davon berichtet als von Autounfällen. Das verzerrt unsere Wahrnehmung. Wir haben mehr Angst vor Flügen als vor Autofahrten. Das gleiche gilt für Immigranten, Kriminalitätsraten und vieles mehr. Je häufiger die Medien über ein seltenes Phänomen berichten, desto wichtiger wird es in unseren Köpfen.

3:1 positiv zu negativ – wäre gut für uns

Wenn du den ganzen Tag über notierst, wie häufig du positive Emotionen wie Freude und negative wie Ärger empfindest, kommst du im Schnitt auf das Verhältnis von 2:1 (siehe die Forschungsarbeiten von Barbara Fredrickson „Die Macht der guten Gefühle“). Eher unglückliche Menschen haben ein Verhältnis von 1:1 und glückliche Menschen von 3:1 oder mehr. Wir haben also weit mehr positive Erfahrungen als negative. Das ist ein gesundes Verhältnis.

So, jetzt vergleiche das mal mit dem Verhältnis in den Nachrichten. Hier ist es nach meiner subjektiven Zählung 4 negative zu 1 positiven Ereignis. Gerade anders herum!

Nachrichten machen uns unnötig unglücklicher

Nachrichten führen dazu, dass wir die Welt als wesentlich beängstigender und negativer sehen, als sie eigentlich ist. Das muss nicht so sein! Es gibt genug Positives zu berichten – Friedenszeiten, medizinische Durchbrüche, Helden des Alltags.

Ich sage damit nicht, dass wir die Katastrophen ignorieren sollten. Die Berichterstattung soll allerdings in einem bessern Verhältnis zu den positiven Ereignissen des Lebens stehen. Ich bin fürs erste für eine vorgeschriebene Positivquote von mindestens 25%.

Was ist deine Meinung zum Thema negative/positive Nachrichten?

Beste Grüße
Dominik