Glücksräume statt Pulverfässer

Ich bin seit 2012 „Glückslehrerin“ in der Berufeinstiegsschule einer Berufsschule. Für mich und meine Schule ist dieses Fach mit die einzige Möglichkeit, den immer größer werdenen Dilemma der Schüler und Schülerinnen einen Raum zu geben.

Für die unter anderem erfolgreiche Integration von jungen Menschen, die hoch traumatisiert, heimatlos, ohne Familie und unter dem Druck stehen, innerhalb kürzester Zeit, die Sprache zu lernen, einen Schulabschluß zu schaffen und und und, sind die Methoden und das Vorgehen des „Glücks“ ein „Ruheraum“. Sie können dort ohne Bewertung mal ihre Situation in Ruhe betrachten und kleine Schritte befeiern, Ziele und Herzenswünsche formulieren und verfolgen.

Wir sind sehr froh diese Methode an unserer Schule zu haben, ohne sie wage ich zu behaupten sind manche Schüler und Schülerinnen wandelnde Pulverfässer und dies wird von den Schulbehörden gänzlich unterschätzt und die Schulen damit allein gelassen.

Die dem Glück zu Grunde liegende systemische Haltung rollt so langsam als Impuls durch die ganze Schule und „wirkt“ auch mehr und mehr nachhaltig.

Für mich ist das Unterrichten des „Schulfaches Glück“ nicht nur vorteilhaft für die SuS sondern auch für uns Lehrkräfte wirkt es genauso, in der Interaktion mit den SuS.

Mit Interesse verfolge ich die ernsthafte Diskussion der Politiker in Niedersachsen ein Schulfach „Ernährung“ einzuführen. Das scheint mir zu kurz gedacht. Daher stehe ich auch schon im Kontakt mit dem Ministerium wenn schon denn schon, größer zu denken und ein Fach zu entwickeln, einmal mehr nachdenken vielleicht, das auch das „Glück“ mit implementiert.

Für mich der einzige machbare Weg, um den sich immer mehr in den Vordergrund schiebenden Dilemma von Schülern und Schülerinnen durch familiäre und gesellschaftliche Veränderungen einen Lösungsweg zu geben.

Wie seht ihr das ?

Susanne Pflüger
u.a. Glückslehrerin

Der Glücksturm

Viele Wissenschaftler, Philosophen und Forscher haben sich mit der Frage beschäftigt, ob und wieviel der einzelne Mensch zu seinem persönlichen Glück beitragen kann und welche Rolle die äußeren Umstände und die Veranlagung spielen.

Warum scheint bei manchen Menschen alles so mühelos und einfach zu laufen und bei anderen geht immer alles schief?

Laut Sonja Lyubomirsky, Psychologin und weltweit anerkannte Glücksforscherin, haben wir tatsächlich eine angeborene, unterschiedlich hohe Kompetenz für das Glücklich Sein. Sie nennt das den „Glücksfixpunkt“, der von Geburt an in uns festgelegt ist und etwa 50% unseres Glücksniveaus ausmacht. Nur ca. 10% unseres Glücksempfindens hängen von unseren Lebensumständen, also Gesundheit, Finanzen, Familiensituation und so weiter ab. Die verbleibenden 40% hängen von unserer eigenen, persönlichen Einstellung und allen Aktivitäten, die wir bewusst setzen, ab.

Natürlich können wir diese Zahlen jetzt in Frage stellen und darüber diskutieren, ob es nun wirklich immer genau zu 50% auf die Veranlagung ankommt oder ob die äußeren Umstände nicht doch mehr Wirkung zeigen – wahrscheinlich gibt es darauf so viele verschiedene Antworten wie es Menschen gibt.

Das Schöne an diesen Forschungsergebnissen für mich persönlich ist, dass wir 40%, also doch einen großen Teil, unseres Glücks selbst in der Hand haben. Für manche Menschen ist es einfacher, für manche vielleicht etwas schwieriger – aber jeder Mensch kann sehr viel selbst zu seinem eigenen Wohlbefinden und zu seiner Lebenszufriedenheit beitragen.

In meinem neuen Buch „Flo W. voll im Flow – Glück“ erzählt Flo von ihrem neuen Unterrichtsfach Glück und stellt die Frage „Kann man glücklich sein lernen?“

Der Pilot Udo Überflieger ist überzeugt davon und erklärt das alles anhand eines Turmes, den er aus bunten Bausteinen baut. Der untere Teil ist vorgegeben und bei jedem Menschen unterschiedlich hoch.

„Aber das Wichtigste kommt jetzt“, erklärt Udo und holt noch einige bunte Bausteine hervor, die er wiederum auf dem Turm platziert.

 „Diese Bausteine kannst du selbst auf den Turm stellen, wann immer du willst. Es liegt an dir, wie hoch der Turm am Ende wirklich wird.“

„Und wofür stehen diese Bausteine, die ich selber draufstellen kann?“, fragt Flo, die langsam versteht, worauf Udo hinauswill.

„Für deine Gedanken, Worte und Taten. Alles, was du denkst, sagst und tust, kann dazu beitragen, dass der Turm höher wird. Ein nettes Wort zu deiner Mama, ein Dankeschön. Wenn du etwas tust, das dir Freude macht. Wenn du anderen zuhörst und ihnen sagst, dass du sie gern hast. Wenn du weniger jammerst und versuchst, dich über kleine Dinge zu freuen …“

„Oder wenn ich mit meinem Bruder spiele?“

„Ja, genau“, bestätigt Udo. „Du kannst selbst beeinflussen, wie glücklich du bist – und natürlich kann man auch lernen, wie man das macht. Ich bin sicher, euer Glückstrainer hat einige gute Ideen dazu. Er kann euch nicht glücklich machen, aber er kann euch zeigen, wie ihr euch selbst glücklich machen könnt.“

Fest steht, dass jeder einzelne an jedem Tag für sich selbst und in seiner Umgebung etwas beitragen kann, um seinen persönlichen Glücksturm ein Stück höher zu bauen.

In einer Schulklasse habe ich vor kurzem zwei unterschiedlich hohe Glückstürme für Felix und Emil (erfunden) aufgebaut. Die Kinder sollten sich dann überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, die beiden Türme höher zu bauen. Am Ende waren die Türme fast gleich hoch. Die Kinder haben sehr gut verstanden, worum es geht. Sie haben auch erkannt, dass es für Emil  viel mehr Aufwand war, den Turm höher zu bauen, aber dass auch Felix mit dem an sich schon hohen Glücksniveau nicht tatenlos sein kann.

Das Glück lebt

Es war ein glücklicher Samstag. 20 GlücksStifter (Teilnehmer*innen meiner Weiterbildungen) trafen sich letztes Wochenende in der Grundschule in Halstenbek, um sich über Glücksprojekte, Herausforderungen und Möglichkeiten auszutauschen – oder um einfach mal wieder eine Dosis Glück einzuatmen. Alleine sich wieder zu sehen, zu spüren, wie der gemeinsame Glückswille die Stimmung hebt und Kräfte stärkt, war traumhaft. Danke an alle Teilnehmer*innen für ihr Engagement und ihre Energie.

Die fünf Stunden vergingen im Flug – totaler Flow. Klasse, zu sehen, dass das Glück so vielfältig verbreitet wird – vom Kindergarten bis zur Erwachsenenpädagogik. Hier nur einige der vielen Projekte:

  • Tine und Kirstin:
    Umsetzung des „Schulfach Glück“ in einer Blockwoche mit angehenden Erzieherinnen. Im Wechsel zwischen theoretischen und praktischen Modulen aus dem „Glücksbaukasten“ wurden die vielfältigen Möglichkeiten Glück zu „erleben“ vermittelt. Zusätzlich gaben sie einen Einblick in ihre Arbeit bei einem Wochenendseminar zum Thema: „Kann man Glück lernen?“, welches im März erneut in der Nordseeakademie in Schleswig-Holstein stattfinden wird. Kirstin berichtete von einem Vortrag für Ehrenamtliche, die im Hospiz aktiv sind.
  • Anja:
    Jura und Glück? Passt das? Ja, wenn es den Studenten hilft, den Druck auszuhalten und bessere Lernstrategien zu entwickeln. Anja stellte ihr Konzept vor, dass sie jetzt einige Male an den Universitäten Leipzig und Berlin eingesetzt hat.
  • Petra:
    Sie wendete „Schulfach Glück“ in einigen aufregenden Situationen ein, wie z.B. in einer Brennpunktschule. Sie beschrieb die schwierigen Situationen, aber auch, wie wertvoll diese Arbeit gerade mit diesen Schülern ist und wieviel Positives zurückkommen kann.
  • Silva:
    Hat seit 2014 bis zu 5 Klassen parallel, in denen sie Glücksunterricht macht. Besondere Herausforderung: 45-Minuten-Takt. Der Unterricht muss daher sehr gut strukturiert sein. Rituale helfen bei der Orientierung.

Wir hätten auch zwei Tage daraus machen können, um alle Projekte vorzustellen und methodisch noch mehr in die Tiefe zu gehen. Toll! Und Danke für die vielen begeisterten Rückmeldungen anschließend.

Lasst uns weiter gemeinsam sinnvolle Ziele erreichen und dabei Spaß haben!

Euer GlücksStifter
Dominik

Glückliche Bildung

Mancher hat mit der Muttermilch aufgesogen, dass Bildung eine Wert-volle Angelegenheit ist und bildet sich mit Freude. Anderen stellen sich die Haare zu berge, wenn sie das Wort „Bildung“ auch nur hören. Sie denken an Zwang oder Anstrengung.

Man kann einen 14-Jährigen verstehen, wenn er nicht auf Bildung steht. Der hat wirklich anderes um die Ohren. Da stürmen ihm die Hormone durch die Gehirnwindungen mit wenig Platz für den Quatsch der Alten.

Was ist eigentlich Bildung? Wann hat sie einen Wert? Wann könnte man von „glücklicher Bildung“ sprechen?

Was Bildung ist

Es gibt unzählige Definitionen von Bildung. Alleine das Wort ist vielfältig einsetzbar. Macht man sich ein Bild? Ist Bildung eigentlich Ein-Bildung? Ist man gebildet im Bilde? Bildet man seine Meinung oder seinen Charakter?

Inspiriert durch meine praktische Arbeit in Glücks-Seminaren und durch den Humanismus, stelle ich dir hier meine Definition vor, die du so vielleicht noch nie gehört hast:

Bildung = Formung durch Wissen und Erfahrung

Wann ist also Bildung eine glückliche?
Dazu brauchen wir noch eine Vorstellung von Glück. Wer mich kennt, der hat schon von meiner Glücksformel gehört:

Glücksmomente + Lebenszufriedenheit + Umgang mit negativen Gefühlen

Die beiden Ansätze zusammen ergeben eine glückliche Bildung. Wenn das Glück Zwischenstand und Ziel ist, dann ist die Bildung der Weg dahin. Allerdings nur dann, wenn Bildung entweder Glücksmomente erzeugt, für den sich Formenden sinnvoll erscheint oder wenn sie mir erfahrbar dabei hilft, schwierige Situationen zu meistern. Und das ist erst einmal völlig unabhängig von festen inhaltlichen Vorstellungen.

Bildung und Glücksmomente

Ich habe einmal eine kleine Sache gelernt, die mich absolut glücklich gemacht hat. Warum lindert es nicht den Schmerz, nach scharfem Essen Wasser zu trinken? Warum hilft Joghurt? Das hat mein Elefant und auch mein Reiter vorher nie verstehen können. Antwort: Weil die Stoffe, die die Schärfe auf der Zunge erzeugen, nicht wasserlöslich, sondern fettlöslich sind. Bist du jetzt davon weggehauen und glücklich? Wahrscheinlich nicht. Ich war es – tagelang bin ich mit einem Grinsen rumgelaufen. Ich hatte etwas verstanden, was ich jahrelang unverständlich fand. So hat jeder seine Erkenntnisse, die glücklich machen.

Bildung und Lebenszufriedenheit

Die Beschäftigung mit Glück macht mich und dich glücklich. Eine Facette davon ist, dass jede kleine Information die du über das Thema lernst, deine Sicht der Welt ergänzt. Ich forme mich immer weiter in dem Verständnis, wie wertvoll das Leben ist, wie wir gut mit anderen Menschen umgehen und gemeinsam Ziele erreichen. Ich erfahre, wie wirkungsvoll diese Arbeit ist. Das macht sehr sehr zufrieden.

Bildung und Umgang mit negativen Gefühlen

Krisen geschehen, das ist sicher. Es macht aber einen Unterschied, wie wir damit umgehen. Wir wollen meist keine Erdulder sein – Erdulder unserer Gefühlsschwankungen, anderer Menschen, bei der Arbeit, der körperlichen Schwächen. Es fühlt sich gut an, Gestalter zu sein – Gestalter des eigenen Körpers, des Geistes, des Erfolgs. Und klar, da kommt die Bildung, d.h. die Formung durch Wissen und Erfahrung, ins Spiel. Seit ich mehr verstehe, wie wir Menschen funktionieren und wie wir besser miteinander umgehen, desto näher komme ich meinem Ziel zu einem glücklichen Leben. Ich ärgere mich nicht mehr über Autos/Personen, die sich vor mir langsamer bewegen als ich das will. Ich erreiche meine Ziele leichter, z.B. jährlich wieder auf mein Wohlfühlgewicht zu kommen. Allerdings lerne ich auch, dass mein Wohlfühlgewicht sich von Jahr zu Jahr erhöht 🙂

Macht Goethe glücklich?

Ja, wenn er Spaß macht, im Umgang mit schwierigen Situationen hilft oder erfahrbar den Lebenssinn bereichert 🙂 Und das ist sehr subjektiv.

Berufliche Weiterbildung

Der Fokus ist hier oft: Wie kann ich die Herausforderungen meines Berufs besser bewältigen. Das ist sehr wichtig. Allerdings geht es bei der glücklichen Bildung um mehr. Weiterbildung sollte einen inneren Sinn vermitteln, das größere Ganze bereichern, die Persönlichkeit stärken und einfach verdammt viel Spaß machen. Ohne Bescheidenheit kann ich sagen, dass uns GlücksStiftern das in den Seminaren gelingt. Und ich möchte dabei helfen, dass immer weiter in die Bildungslandschaft zu bringen.

Bildung in der Schulpraxis

Wer meinen Ansatz ok findet, der versteht, warum ich nicht mit der Bildung im „normalen“ Schulalltag einverstanden sein kann. Bildung ist in unserer Gesellschaft meist zu sehr Reiter-Business. Der Elefant wird ignoriert. Zu selten ist der Schulalltag geprägt von Lernbegeisterung, eigenständiger Findung von Lösungen und vom Lernen von sozialen Fähigkeiten oder Selbstregulation.

Wie und dass das funktioniert, wie Kinder begeistert von Unterricht sein können und wirklich fürs Leben lernen, das zeigen die Erfahrungen meiner Seminarteilnehmer und die Berichte hier auf dem Blog.

Lasst uns auch in Schulen und in der Weiterbildung nach dem Motto leben:

Gemeinsam sinnvolle Ziele erreichen und dabei Spaß haben

 

Wenn du Lust hast, schreib gleich einen Kommentar mit deinen Gedanken.
Dir einen glücklichen Tag 🙂

Dein GlücksStifter Dominik

Studenten stürmen Glücksvorlesung

Yale UniversityFast 1.200 Studenten möchten die Veranstaltung „Psychologie und ein gutes Leben“ der Professorin Laurie Santos besuchen – ein Rekord in der Geschichte der Yale-University. Eine logistische Herausforderung, die allerdings zeigt, wie dringend dieses Thema ist. Das zeigen auch die vielen Anfragen, die ich in letzter Zeit für meine Weiterbildungen in Berlin, Hamburg und Wien erhalte Danke!!

Hier geht es zum Artikel auf Spiegel-Online

Glück im Lehrerberuf

Was ist in Schulen für Lehrerglück wichtig? Eine Studie zeigt: vor allem Selbstwirksamkeit, Sinn und Autonomie. Heute möchte ich die wissenschaftliche Arbeit von Kathi Wachnowski von der Ruhr-Universität Bochum vorstellen. Eine engagierte Vorzeigeforscherin mit dem Herzen am rechten Fleck. Ein Gespräch mit ihr ist wie ein Sprung in einen Wissenssee.

In der Studie „Glück im Lehrerberuf“ befragte sie in Österreich und Deutschland insgesamt 931 Lehrerinnen und LehrerLehrkräfte zu ihrer aktuellen Situation und den Effekt auf ihr Wohlbefinden. Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich.

Formelle berufsbezogene Aspekte wie Berufserfahrung oder Schulform nehmen im Großen und Ganzen keinen Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden (SWB).

Einfach gesagt sind diejenigen Lehrkräfte glücklicher, die selbstbestimmt und sinnorientiert arbeiten. Überraschender Weise wirkt sich eine verlässliche und hilfsbereite Persönlichkeit nicht positiv auf das Lehrerglück aus (die Details finden Sie unten). Meine persönliche Vermutung ist, dass diese wichtigen Eigenschaften der Selbstfürsorge und dem Energietanken im Wege stehen können.

Was können wir daraus lernen? Eine Erkenntnis wird dadurch gestärkt: In der Schulentwicklungsberatung sollte es nicht in erster Linie um strukturelle Aspekte gehen. Viel wichtiger sind die Einstellungen der Lehrkräfte. Wenn die Lehrkräfte das wollen, lassen sich diese Einstellungen positiv trainieren für mehr Selbstfürsorge und Ausgeglichenheit. Wenn Sie dazu mehr Fragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung.

Los geht’s 🙂

Glückliche Grüße,
Dominik

 

Detailerkenntnisse der Studie:

  • Formelle berufsbezogene Aspekte von LuL (Verbeamtung/Anstellung, Befristung/Entfristung, Stundendeputat, Berufserfahrung) und der Schule (Schulfom, Lage der Schule, Größe der Schule) nehmen keinen Einfluss auf das Wohlbefinden (SWB), Ausnahmen: Deutsche Stichprobe: Anteil der SuS mit Migrationshintergrund beeinflusst die Lebenszufriedenheit ganz gering negativ, Österreichische Stichprobe: Schülerzahl beeinfluss Lebenszufriedenheit negativ
  • Demographie: Ältere und religiöse deutsche LuL sind glücklicher (höherer positiver Affekt, geringerer negativer Affekt); österreichische Lehrerinnen empfinden weniger häufig negativen Affekt und österreichische LuL in Beziehungen empfinden weniger häufig positiven Affekt
  • Big5: Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit scheinen eher Risikofaktoren für das SWB zu sein (vA Förderung negativen Affekts, negative Beeinflussung von Lebenszufriedenheit)
  • Erfolgserleben (D), Selbstwirksamkeit (D und AT) und Autonomieerleben (AT) sowie die Bedeutsamkeit der eigenen Arbeit (AT) beeinflussen sowohl positiven Affekt und die Lebenszufriedenheit positiv und hemmen negativen Affekt.
  • In AT sind die Lehrkräfte affektiv glücklicher (aber nicht zufriedener).
    In AT sind die Lehrkräfte engagierter bei der Arbeit und identifizieren sich eher mit der Schule. Die Gründe dafür müssen noch ermittelt werden!
  • Da für die deutsche und die österreichische Stichprobe unterschiedliche Prädiktoren signifikante Einflüsse auf die Facetten des SWB zeigen, ist zu überlegen, ob SWB möglicherweise ein kulturelles Konstrukt ist. – Unterschiedliche Gruppen schätzen unterschiedliche Dinge, hier sollte man dann auch auf die Kultur der Einzelschule schauen!

Geld allein macht auch nicht unglücklich

Macht Geld glücklich? Ja und nein? Kommt drauf an? Genau.
Glückstipps stehen ganz unten im Artikel. Aber zuerst sehen wir uns an, was die Glücksforschung uns dazu zu sagen hat.

Gücksforschung: Glück und Geld

  • Easterlin untersuchte die Entwicklung der Ökonomie in verschiedenen Ländern und verglich sie mit den Daten des subjektiven Wohlbefindens. Sein Ergebnis: In einigen Ländern stieg die effektive Kaufkraft um mehr als das sechsfache. Das Wohlbefinden blieb gleich. Ergebnis: Mehr Geld macht nicht glücklicher. Für die damalige Zeit (70er Jahre) eine überraschende Erkenntnis und bis heute nicht unumstritten.
  • Internationaler Vergleich: Betrachtet man sich das real verfügbare Haushaltsnettoeinkommen in verschiedenen Ländern in Beziehung zum Wohlbefinden fällt auf, dass in „armen Ländern“ ein klarer Zusammenhang zwischen Geld und Zufriedenheit zu sehen ist. Mehr Geld macht glücklicher. Dieser Zusammenhang wird aber für die wohlhabenderen Länder immer kleiner. Man nennt das Phänomen „abnehmender Grenznutzen„. Auch das ist nicht unumstritten, sollte uns aber zum Nachdenken anregen (z.B. über die Ziele deutscher Politik).
  • Sieht man sich nur ein einzelnes Land an, kann man einiges feststellen. Z.B. vergleichen wir uns ja in der Regel nicht mit allen Ländern der Welt, sondern vielleicht eher mit dem Nachbarn, Arbeitskollegen oder gesellschaftlichen Schicht. Hier kommt es sehr auf die eigene Einstellung an, wie der Vergleich für einen selbst ausfällt.
    Das belegen einige Studien. Zur Zeit (Dez. 2017) geht gerade eine aktuelle Studie durch die Presse. Demnach verwenden wir diejenige Vergleichskriterien, die uns gerade zur Verfügung stehen. Menschen mit überdurchschnittlich viel Geld haben die Tendenz, das auf ihre persönliche Leistung zu beziehen – was sie stolz und zufrieden machen kann. Hat man unterdurchschnittlich viel Geld, kann man immer noch im sozialen Bereich über Freunde, Familie oder gesellschaftliches Engagement punkten. Beides macht zufrieden.
  • Geld hat zudem selbst in wohlhabenden Ländern eine beruhigende Wirkung und fällt vor allem dann auf, wenn es gerade NICHT da ist („Hygienefaktor“). Geldsorgen sind immer unglücklich – vor allem wenn es um die Grundversorgung geht.
  • Zudem sind noch Glücksmomente von Lebenszufriedenheit zu trennen. Mit mehr Geld kann man den eigenen Sinn einfacher verwirklichen als ohne (z.B. Berufswahl, Bildungsmöglichkeiten der Kinder). Glücksmomente sind allerdings sehr günstig zu haben – eine Tafel Schokolade kann sich jeder von Zeit zu Zeit leisten.

Wer mehr aus der Wissenschaft dazu lesen möchte, wird z.B. über die world happiness reports, Daniel Kahneman, Ed Diener oder World Database of Happiness fündig.

Geld-Glücks-Tipps

Wenn Sie in einem wohlhabenden Land leben, dann werden Sie am besten so glücklich:

  • Wenn Sie sich vergleichen wollen, dann mit denen, die weniger haben.
  • Wenn Sie Geld übrig haben, geben Sie es für andere aus.
  • Genießen Sie auch die günstigen Momente im Leben.
  • Geben Sie Geld eher für Erlebnisse als zusätzlichen Konsum aus.

Glückliche Grüße,
Dominik

 

Weiterbildung „Glück“

Glück ist, wenn man sich glücklich fühlt. Allerdings stellt sich die Frage, wie wir mehr Glücksgefühle und Lebenszufriedenheit erreichen können. Die Glücksforschung zeigt uns, wie wir das trainieren und an andere weitergeben können – in Schule, im Beruf und im Privatleben.

Die Weiterbildung „Schulfach Glück“ zeigt dir, wie das geht. Der nächste Kurs startet im November 2017 (in Berlin und Wien).
Er geht über 12 Wochenenden.
Details findest du hier.

Lass dich begeistern von den Berichten der Teilnehmer vom letzten mal: Hier geht’s zum Video

Das Programm für Persönlichkeitsentwicklung vermittelt z.B. Vertrauensbildung, Optimismus, Werteorientierung, Zielerreichung, Selbststeuerung, und Achtsamkeit. Es fördert damit Lebenskompetenz und Lebensfreude.

Das Glücksforscher-Projekt

Für die Kinder der 4. Klasse Volksschule ist das heute ein ganz besonderer Tag. Schon vor zwei Wochen hatten wir im Glücksuntericht besprochen, eine Befragung zum Thema „Glück“ im Ort zu machen. Die Kinder fanden sich zu kleinen Gruppen zusammen und hatten viele Ideen, wohin sie gehen und welche Leute sie befragen könnten. Mit der Klassenlehrerin stellten sie einen Fragebogen zusammen und übten im Deutschunterricht Interview-Situationen.

Jetzt treffen wir uns in der Schule, um die Begleitpersonen, Eltern und Großeltern, zu informieren, und dann geht es los. Zu zweit oder zu dritt gehen die Kinder in die Apotheke, in ein Kaffeehaus, zum Bürgermeister und zum Pfarrer. Eine Gruppe geht zum Zahnarzt und zur Polizei, eine andere in den Kindergarten und zum Friseur. Auch im Blumengeschäft, im Altenpflegeheim, beim Arzt und im Lebensmittelgeschäft stellen die Kinder den Menschen diese zwei Fragen:

„Können Sie uns sagen, was Sie glücklich macht?“ und

„Wann haben Sie zuletzt einen Glücksmoment gehabt?“

Nach knapp zwei Stunden treffen wir uns wieder in der Schule und die Kinder erzählen, wie es ihnen ergangen ist. Viele positive Erfahrungen überwiegen, einige wenige Passanten hatten keine Zeit, aber die überaus meisten haben sich über die Befragung gefreut und den Kindern geduldig und ehrlich geantwortet. Eine Frau in einem Büro sagte zu den Kindern auf die Frage nach ihrem letzten Glücksmoment: „Das war gerade eben, als ihr zur Tür herein gekommen seid!“

Die Antworten, die die Kinder auf die beiden Fragen erhalten haben, versuchen sie nun, zu sortieren und zu ordnen. Die Kinder schreiben Begriffe und Stichwörter auf kleine Kärtchen und legen sie in die Raummitte. Danach versuchen wir gemeinsam, die Kärtchen dem PERMA-Modell* von Martin Seligman zuzuordnen, um zu überprüfen, ob es für jeden der 5 Bereiche passende Antworten gibt.

Die Zuordnung ist gar nicht einfach, manche Begriffe passen zu mehreren Bereichen und wir diskutieren darüber, wohin das Kärtchen besser passt. Am Ende sind wir aber alle mit dem Ergebnis zufrieden. Wir konnten zu allen 5 Elementen, die zum Wohlbefinden beitragen, viele Begriffe finden und das PERMA Modell wird somit erfahrbar für uns alle.

Noch wichtiger aber scheint mir, dass die Kinder mit viel Freude und Begeisterung gemeinsam unterwegs waren, sich engagiert haben, um zu einem Ziel zu kommen – das macht doch Sinn, oder?

* Mit dem PERMA Modell beschreibt Martin Seligman fünf Elemente, die wichtig sind für Menschen, um Lebenszufriedenheit und langfristiges Wohlbefinden zu erreichen:

P – Positive Gefühle

E – Engagement

R – Relationships – gelungene Beziehungen

M – Meaning – Sinn, Werte

A – Accomplishment – Zielerreichung

Mehr zum PERMA-Modell gibt es hier.

 

Positive Psychologie – Was ist das eigentlich?

„Wer nichts über Glück weiß, kann es auch nicht finden.
Wer hingegen viel über Glück weiß, kann es sogar trainieren.“
(Manfred Spitzer, Hirnforscher)

Die Positive Psychologie ist eine Forschungsrichtung innerhalb der Psychologie, die sich mit der Frage beschäftigt, was das Leben lebenswert macht. Sie untersucht die positiven Aspekte des menschlichen Lebens und Miteinanders, die das Leben gesünder, besser und glücklicher machen. Die Positive Psychologie ist eine recht junge wissenschaftliche Disziplin, die Menschen darin unterstützen möchte, mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden in das eigene Leben zu bringen. Dies wirkt sich vorteilhaft auf zwischenmenschliche Beziehungen, auf die Gemeinschaft und somit auf unsere Gesellschaft in ihrer Gesamtheit aus.

Im Gegensatz zur klassischen Psychologie, bei der die Behandlung, Entstehung und Erforschung negativer Gefühle und klassischer Krankheitsbilder im Vordergrund steht, setzt die Positive Psychologie ihren Fokus auf die Erforschung des Gegenteils davon: positive Gefühle, Ressourcen, Chancen und Stärken.

Im Grunde verfolgt die Positive Psychologie drei Ziele:

  1. Positive Gefühle im Leben der Menschen zu vermehren
  2. Stärken und Ressourcen eines Menschen fördern und nutzbar machen
  3. Bessere Lebensbedingungen erzeugen

Um dem eigenen Leben eine positive Wendung zu geben, müssen drei Bereiche einbezogen werden:

 

Damit diese drei Ebenen im Einklang miteinander funktionieren, ist es Voraussetzung, die Verantwortung für jeden einzelnen Teilbereich zu übernehmen. Die Übungen, Methoden und Trainings der Positiven Psychologie zielen genau darauf ab – den Menschen darin zu fördern, seine Ressourcen und Stärken zu erkennen, sie für sich nutzbar zu machen und im Einklang mit ihnen zu leben. Dies führt zu mehr Vertrauen, Lebenssinn, Gelassenheit, Geborgenheit, Dankbarkeit, Optimismus im Alltag und garantiert letztlich mehr Glück und Wohlbefinden im Alltag für jeden Einzelnen von uns.

„Gute Gefühle sind kein Schicksal – man muss und kann sich darum bemühen.“
(Stefan Klein, Wirtschaftsjournalist)

Komm mit und mach dich auf die Reise zu deinem ganz persönlichen Glück. Es lohnt sich!

Magdalena Anna Bożko