Archiv für den Monat: September 2017

Positive Psychologie – Was ist das eigentlich?

„Wer nichts über Glück weiß, kann es auch nicht finden.
Wer hingegen viel über Glück weiß, kann es sogar trainieren.“
(Manfred Spitzer, Hirnforscher)

Die Positive Psychologie ist eine Forschungsrichtung innerhalb der Psychologie, die sich mit der Frage beschäftigt, was das Leben lebenswert macht. Sie untersucht die positiven Aspekte des menschlichen Lebens und Miteinanders, die das Leben gesünder, besser und glücklicher machen. Die Positive Psychologie ist eine recht junge wissenschaftliche Disziplin, die Menschen darin unterstützen möchte, mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden in das eigene Leben zu bringen. Dies wirkt sich vorteilhaft auf zwischenmenschliche Beziehungen, auf die Gemeinschaft und somit auf unsere Gesellschaft in ihrer Gesamtheit aus.

Im Gegensatz zur klassischen Psychologie, bei der die Behandlung, Entstehung und Erforschung negativer Gefühle und klassischer Krankheitsbilder im Vordergrund steht, setzt die Positive Psychologie ihren Fokus auf die Erforschung des Gegenteils davon: positive Gefühle, Ressourcen, Chancen und Stärken.

Im Grunde verfolgt die Positive Psychologie drei Ziele:

  1. Positive Gefühle im Leben der Menschen zu vermehren
  2. Stärken und Ressourcen eines Menschen fördern und nutzbar machen
  3. Bessere Lebensbedingungen erzeugen

Um dem eigenen Leben eine positive Wendung zu geben, müssen drei Bereiche einbezogen werden:

 

Damit diese drei Ebenen im Einklang miteinander funktionieren, ist es Voraussetzung, die Verantwortung für jeden einzelnen Teilbereich zu übernehmen. Die Übungen, Methoden und Trainings der Positiven Psychologie zielen genau darauf ab – den Menschen darin zu fördern, seine Ressourcen und Stärken zu erkennen, sie für sich nutzbar zu machen und im Einklang mit ihnen zu leben. Dies führt zu mehr Vertrauen, Lebenssinn, Gelassenheit, Geborgenheit, Dankbarkeit, Optimismus im Alltag und garantiert letztlich mehr Glück und Wohlbefinden im Alltag für jeden Einzelnen von uns.

„Gute Gefühle sind kein Schicksal – man muss und kann sich darum bemühen.“
(Stefan Klein, Wirtschaftsjournalist)

Komm mit und mach dich auf die Reise zu deinem ganz persönlichen Glück. Es lohnt sich!

Magdalena Anna Bożko

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Kann man Glück lernen?

 

„Haben wir heute Glück?“,

fragen mich ein paar Kinder auf dem Weg in die Schule. Eine schöne Begrüßung und eine wunderschöne Aufgabe, der ich jede Woche in der Volksschule Purbach nachgehen darf. Die Kinder meinen das „Schulfach Glück“, das schon das dritte Jahr als Schulprojekt läuft und regelmäßig in den 3. und 4. Klassen stattfindet. In diesen Einheiten lernen die Kinder etwas, das nicht abzuprüfen und mit Noten zu bewerten ist wie Rechnen, Schreiben und Sachunterricht. Sie lernen den wertschätzenden Umgang untereinander, Vertrauen zu sich selbst und den anderen, sie lernen ihre eigenen Stärken kennen und die der Mitschüler schätzen.

All das fließt natürlich auch in den allgemeinen Unterricht mit der Klassenlehrerin mit ein. Aber „es ist etwas anderes, wenn man speziell dafür zwei Stunden Zeit hat“, bestätigen auch die Lehrerinnen.

Das Grundkonzept „Schulfach Glück“ basiert auf einem Modell, dass der bekannte Psychologe und Glücksforscher Martin Seligman entwickelt hat. Er geht davon aus, dass man für ein gelungenes Leben sowohl kurzfristige Glückserlebnisse, als auch Lebenszufriedenheit bzw. Wohlbefinden braucht. In seiner langjährigen Forschung hat er herausgefunden, dass für das Wohlbefinden 5 Elemente besonders wichtig sind – positive Gefühle (P), Engagement und Aktivität (E), gelungene Beziehungen zu anderen Menschen (R, „relationships“), Sinn und Werte (M, „meaning“) und Zielerreichung/Erfolg (A, „accomplishment“).

  

Auf Grundlage dieses PERMA Systems hat Oberstudiendirektor Ernst-Fritz-Schubert 2007 das „Schulfach Glück“ entwickelt. In 6 Modulen werden den SchülerInnen positive Schlüsselerlebnisse vermittelt mit dem Ziel, alle fünf Elemente zu stärken und dadurch das individuelle Wohlbefinden langfristig zu erhöhen. Sie erfahren sich als wirksam und verantwortlich. Sie lernen, anderen zu vertrauen und sich in der Gemeinschaft wohl zu fühlen.

Ich bin überzeugt davon, dass es für unsere Kinder wichtig ist, zu erfahren, dass Glück erlernbar ist, und dass sie es durch persönliche Erfahrungen stärken und festigen können. Deshalb habe ich den Lehrgang „Schulfach Glück“ absolviert, in dem das Wissen sehr praxisorientiert vermittelt und dadurch viele Möglichkeiten geboten wurden, die Inhalte den Kindern weiterzugeben.

Persönlich sehe ich darin eine wunderbare Möglichkeit, im Schulalltag Themen weiterzugeben, die für das spätere Leben enorm wichtig sind. Es geht vor allem darum, Vertrauen zu stärken, die eigenen Fähigkeiten und Stärken zu erkennen und zu fördern, Herausforderungen zu meistern, sowie Kreativität und eigene Lösungswege zu entdecken. Jedes einzelne Kind hat ganz spezielle Fähigkeiten, die ans Licht gebracht werden können.

     

Die Spiele und Übungen stammen aus sehr unterschiedlichen Bereichen und ermöglichen es den Kindern, ihre eigene Ausdrucksweise zu finden. Es geht nicht darum, richtige Antworten zu finden und schlaue Ratschläge zu geben – es geht um gemeinsames Erleben, Lachen, spielerisch Lösungen zu finden und sich gegenseitig zu unterstützen. Das alles geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit, Vertrauen und den Mut, Fehler zu machen und wieder aufzustehen. Auch – und gerade wenn – eine Übung überhaupt nicht so läuft wie geplant, kann man viel daraus lernen.

Ziel des Glücksunterrichtes ist es, dass die Kinder durch praktische Erfahrungen Glücksmomente selbst erzeugen, spüren und auch benennen lernen und diese dann in ihren Alltag integrieren können.

Für das Schulfach Glück bekommen die Kinder keine Noten und man kann auch nicht zweifelsfrei feststellen, welchen Nutzen diese Stunden für ihr weiteres Leben haben – man kann es nur erahnen. „Mit einem Koffer voller Glück geht meine Reise weiter…“ schrieb mir ein Mädchen der 4. Klasse zum Abschied. Genau das ist es, was ich ihr und allen anderen Kindern wünsche – einen Koffer voller Erfahrungen und Werkzeugen, aus denen sie schöpfen können, wann immer es gut für sie ist.

 

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