Archiv für den Monat: Februar 2018

Der Glücksturm

Viele Wissenschaftler, Philosophen und Forscher haben sich mit der Frage beschäftigt, ob und wieviel der einzelne Mensch zu seinem persönlichen Glück beitragen kann und welche Rolle die äußeren Umstände und die Veranlagung spielen.

Warum scheint bei manchen Menschen alles so mühelos und einfach zu laufen und bei anderen geht immer alles schief?

Laut Sonja Lyubomirsky, Psychologin und weltweit anerkannte Glücksforscherin, haben wir tatsächlich eine angeborene, unterschiedlich hohe Kompetenz für das Glücklich Sein. Sie nennt das den „Glücksfixpunkt“, der von Geburt an in uns festgelegt ist und etwa 50% unseres Glücksniveaus ausmacht. Nur ca. 10% unseres Glücksempfindens hängen von unseren Lebensumständen, also Gesundheit, Finanzen, Familiensituation und so weiter ab. Die verbleibenden 40% hängen von unserer eigenen, persönlichen Einstellung und allen Aktivitäten, die wir bewusst setzen, ab.

Natürlich können wir diese Zahlen jetzt in Frage stellen und darüber diskutieren, ob es nun wirklich immer genau zu 50% auf die Veranlagung ankommt oder ob die äußeren Umstände nicht doch mehr Wirkung zeigen – wahrscheinlich gibt es darauf so viele verschiedene Antworten wie es Menschen gibt.

Das Schöne an diesen Forschungsergebnissen für mich persönlich ist, dass wir 40%, also doch einen großen Teil, unseres Glücks selbst in der Hand haben. Für manche Menschen ist es einfacher, für manche vielleicht etwas schwieriger – aber jeder Mensch kann sehr viel selbst zu seinem eigenen Wohlbefinden und zu seiner Lebenszufriedenheit beitragen.

In meinem neuen Buch „Flo W. voll im Flow – Glück“ erzählt Flo von ihrem neuen Unterrichtsfach Glück und stellt die Frage „Kann man glücklich sein lernen?“

Der Pilot Udo Überflieger ist überzeugt davon und erklärt das alles anhand eines Turmes, den er aus bunten Bausteinen baut. Der untere Teil ist vorgegeben und bei jedem Menschen unterschiedlich hoch.

„Aber das Wichtigste kommt jetzt“, erklärt Udo und holt noch einige bunte Bausteine hervor, die er wiederum auf dem Turm platziert.

 „Diese Bausteine kannst du selbst auf den Turm stellen, wann immer du willst. Es liegt an dir, wie hoch der Turm am Ende wirklich wird.“

„Und wofür stehen diese Bausteine, die ich selber draufstellen kann?“, fragt Flo, die langsam versteht, worauf Udo hinauswill.

„Für deine Gedanken, Worte und Taten. Alles, was du denkst, sagst und tust, kann dazu beitragen, dass der Turm höher wird. Ein nettes Wort zu deiner Mama, ein Dankeschön. Wenn du etwas tust, das dir Freude macht. Wenn du anderen zuhörst und ihnen sagst, dass du sie gern hast. Wenn du weniger jammerst und versuchst, dich über kleine Dinge zu freuen …“

„Oder wenn ich mit meinem Bruder spiele?“

„Ja, genau“, bestätigt Udo. „Du kannst selbst beeinflussen, wie glücklich du bist – und natürlich kann man auch lernen, wie man das macht. Ich bin sicher, euer Glückstrainer hat einige gute Ideen dazu. Er kann euch nicht glücklich machen, aber er kann euch zeigen, wie ihr euch selbst glücklich machen könnt.“

Fest steht, dass jeder einzelne an jedem Tag für sich selbst und in seiner Umgebung etwas beitragen kann, um seinen persönlichen Glücksturm ein Stück höher zu bauen.

In einer Schulklasse habe ich vor kurzem zwei unterschiedlich hohe Glückstürme für Felix und Emil (erfunden) aufgebaut. Die Kinder sollten sich dann überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, die beiden Türme höher zu bauen. Am Ende waren die Türme fast gleich hoch. Die Kinder haben sehr gut verstanden, worum es geht. Sie haben auch erkannt, dass es für Emil  viel mehr Aufwand war, den Turm höher zu bauen, aber dass auch Felix mit dem an sich schon hohen Glücksniveau nicht tatenlos sein kann.

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Das Glück lebt

Es war ein glücklicher Samstag. 20 GlücksStifter (Teilnehmer*innen meiner Weiterbildungen) trafen sich letztes Wochenende in der Grundschule in Halstenbek, um sich über Glücksprojekte, Herausforderungen und Möglichkeiten auszutauschen – oder um einfach mal wieder eine Dosis Glück einzuatmen. Alleine sich wieder zu sehen, zu spüren, wie der gemeinsame Glückswille die Stimmung hebt und Kräfte stärkt, war traumhaft. Danke an alle Teilnehmer*innen für ihr Engagement und ihre Energie.

Die fünf Stunden vergingen im Flug – totaler Flow. Klasse, zu sehen, dass das Glück so vielfältig verbreitet wird – vom Kindergarten bis zur Erwachsenenpädagogik. Hier nur einige der vielen Projekte:

  • Tine und Kirstin:
    Umsetzung des „Schulfach Glück“ in einer Blockwoche mit angehenden Erzieherinnen. Im Wechsel zwischen theoretischen und praktischen Modulen aus dem „Glücksbaukasten“ wurden die vielfältigen Möglichkeiten Glück zu „erleben“ vermittelt. Zusätzlich gaben sie einen Einblick in ihre Arbeit bei einem Wochenendseminar zum Thema: „Kann man Glück lernen?“, welches im März erneut in der Nordseeakademie in Schleswig-Holstein stattfinden wird. Kirstin berichtete von einem Vortrag für Ehrenamtliche, die im Hospiz aktiv sind.
  • Anja:
    Jura und Glück? Passt das? Ja, wenn es den Studenten hilft, den Druck auszuhalten und bessere Lernstrategien zu entwickeln. Anja stellte ihr Konzept vor, dass sie jetzt einige Male an den Universitäten Leipzig und Berlin eingesetzt hat.
  • Petra:
    Sie wendete „Schulfach Glück“ in einigen aufregenden Situationen ein, wie z.B. in einer Brennpunktschule. Sie beschrieb die schwierigen Situationen, aber auch, wie wertvoll diese Arbeit gerade mit diesen Schülern ist und wieviel Positives zurückkommen kann.
  • Silva:
    Hat seit 2014 bis zu 5 Klassen parallel, in denen sie Glücksunterricht macht. Besondere Herausforderung: 45-Minuten-Takt. Der Unterricht muss daher sehr gut strukturiert sein. Rituale helfen bei der Orientierung.

Wir hätten auch zwei Tage daraus machen können, um alle Projekte vorzustellen und methodisch noch mehr in die Tiefe zu gehen. Toll! Und Danke für die vielen begeisterten Rückmeldungen anschließend.

Lasst uns weiter gemeinsam sinnvolle Ziele erreichen und dabei Spaß haben!

Euer GlücksStifter
Dominik

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Glückliche Bildung

Mancher hat mit der Muttermilch aufgesogen, dass Bildung eine Wert-volle Angelegenheit ist und bildet sich mit Freude. Anderen stellen sich die Haare zu berge, wenn sie das Wort „Bildung“ auch nur hören. Sie denken an Zwang oder Anstrengung.

Man kann einen 14-Jährigen verstehen, wenn er nicht auf Bildung steht. Der hat wirklich anderes um die Ohren. Da stürmen ihm die Hormone durch die Gehirnwindungen mit wenig Platz für den Quatsch der Alten.

Was ist eigentlich Bildung? Wann hat sie einen Wert? Wann könnte man von „glücklicher Bildung“ sprechen?

Was Bildung ist

Es gibt unzählige Definitionen von Bildung. Alleine das Wort ist vielfältig einsetzbar. Macht man sich ein Bild? Ist Bildung eigentlich Ein-Bildung? Ist man gebildet im Bilde? Bildet man seine Meinung oder seinen Charakter?

Inspiriert durch meine praktische Arbeit in Glücks-Seminaren und durch den Humanismus, stelle ich dir hier meine Definition vor, die du so vielleicht noch nie gehört hast:

Bildung = Formung durch Wissen und Erfahrung

Wann ist also Bildung eine glückliche?
Dazu brauchen wir noch eine Vorstellung von Glück. Wer mich kennt, der hat schon von meiner Glücksformel gehört:

Glücksmomente + Lebenszufriedenheit + Umgang mit negativen Gefühlen

Die beiden Ansätze zusammen ergeben eine glückliche Bildung. Wenn das Glück Zwischenstand und Ziel ist, dann ist die Bildung der Weg dahin. Allerdings nur dann, wenn Bildung entweder Glücksmomente erzeugt, für den sich Formenden sinnvoll erscheint oder wenn sie mir erfahrbar dabei hilft, schwierige Situationen zu meistern. Und das ist erst einmal völlig unabhängig von festen inhaltlichen Vorstellungen.

Bildung und Glücksmomente

Ich habe einmal eine kleine Sache gelernt, die mich absolut glücklich gemacht hat. Warum lindert es nicht den Schmerz, nach scharfem Essen Wasser zu trinken? Warum hilft Joghurt? Das hat mein Elefant und auch mein Reiter vorher nie verstehen können. Antwort: Weil die Stoffe, die die Schärfe auf der Zunge erzeugen, nicht wasserlöslich, sondern fettlöslich sind. Bist du jetzt davon weggehauen und glücklich? Wahrscheinlich nicht. Ich war es – tagelang bin ich mit einem Grinsen rumgelaufen. Ich hatte etwas verstanden, was ich jahrelang unverständlich fand. So hat jeder seine Erkenntnisse, die glücklich machen.

Bildung und Lebenszufriedenheit

Die Beschäftigung mit Glück macht mich und dich glücklich. Eine Facette davon ist, dass jede kleine Information die du über das Thema lernst, deine Sicht der Welt ergänzt. Ich forme mich immer weiter in dem Verständnis, wie wertvoll das Leben ist, wie wir gut mit anderen Menschen umgehen und gemeinsam Ziele erreichen. Ich erfahre, wie wirkungsvoll diese Arbeit ist. Das macht sehr sehr zufrieden.

Bildung und Umgang mit negativen Gefühlen

Krisen geschehen, das ist sicher. Es macht aber einen Unterschied, wie wir damit umgehen. Wir wollen meist keine Erdulder sein – Erdulder unserer Gefühlsschwankungen, anderer Menschen, bei der Arbeit, der körperlichen Schwächen. Es fühlt sich gut an, Gestalter zu sein – Gestalter des eigenen Körpers, des Geistes, des Erfolgs. Und klar, da kommt die Bildung, d.h. die Formung durch Wissen und Erfahrung, ins Spiel. Seit ich mehr verstehe, wie wir Menschen funktionieren und wie wir besser miteinander umgehen, desto näher komme ich meinem Ziel zu einem glücklichen Leben. Ich ärgere mich nicht mehr über Autos/Personen, die sich vor mir langsamer bewegen als ich das will. Ich erreiche meine Ziele leichter, z.B. jährlich wieder auf mein Wohlfühlgewicht zu kommen. Allerdings lerne ich auch, dass mein Wohlfühlgewicht sich von Jahr zu Jahr erhöht 🙂

Macht Goethe glücklich?

Ja, wenn er Spaß macht, im Umgang mit schwierigen Situationen hilft oder erfahrbar den Lebenssinn bereichert 🙂 Und das ist sehr subjektiv.

Berufliche Weiterbildung

Der Fokus ist hier oft: Wie kann ich die Herausforderungen meines Berufs besser bewältigen. Das ist sehr wichtig. Allerdings geht es bei der glücklichen Bildung um mehr. Weiterbildung sollte einen inneren Sinn vermitteln, das größere Ganze bereichern, die Persönlichkeit stärken und einfach verdammt viel Spaß machen. Ohne Bescheidenheit kann ich sagen, dass uns GlücksStiftern das in den Seminaren gelingt. Und ich möchte dabei helfen, dass immer weiter in die Bildungslandschaft zu bringen.

Bildung in der Schulpraxis

Wer meinen Ansatz ok findet, der versteht, warum ich nicht mit der Bildung im „normalen“ Schulalltag einverstanden sein kann. Bildung ist in unserer Gesellschaft meist zu sehr Reiter-Business. Der Elefant wird ignoriert. Zu selten ist der Schulalltag geprägt von Lernbegeisterung, eigenständiger Findung von Lösungen und vom Lernen von sozialen Fähigkeiten oder Selbstregulation.

Wie und dass das funktioniert, wie Kinder begeistert von Unterricht sein können und wirklich fürs Leben lernen, das zeigen die Erfahrungen meiner Seminarteilnehmer und die Berichte hier auf dem Blog.

Lasst uns auch in Schulen und in der Weiterbildung nach dem Motto leben:

Gemeinsam sinnvolle Ziele erreichen und dabei Spaß haben

 

Wenn du Lust hast, schreib gleich einen Kommentar mit deinen Gedanken.
Dir einen glücklichen Tag 🙂

Dein GlücksStifter Dominik

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Studenten stürmen Glücksvorlesung

Yale UniversityFast 1.200 Studenten möchten die Veranstaltung „Psychologie und ein gutes Leben“ der Professorin Laurie Santos besuchen – ein Rekord in der Geschichte der Yale-University. Eine logistische Herausforderung, die allerdings zeigt, wie dringend dieses Thema ist. Das zeigen auch die vielen Anfragen, die ich in letzter Zeit für meine Weiterbildungen in Berlin, Hamburg und Wien erhalte Danke!!

Hier geht es zum Artikel auf Spiegel-Online

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