Archiv der Kategorie: Glück so allgemein

Interessantes, Witziges, Herzliches, Soziales …

Glück und Depression – zwei Spiegelgeschwister

Kürzlich war ich zu einer tollen Veranstaltung eingeladen zum Thema „Depression und Borderline“ – mit einem Vortrag zum „Glück“. Meine erste Reaktion: Hä? Meine zweite Reaktion: Ja, prima. Die Veranstaltung war spannend und sehr lehrreich. Vor allem die Erfahrungsberichte von Schülerinnen, die es aus der Depression geschafft haben oder gelernt haben, mit Borderline umzugehen. Es spendet Hoffnung, zu hören, wie man aus kompletter Niedergeschlagenheit, Verheimlichung, Selbstmordgedanken wieder zu einem lebenswerten Leben findet. Und es wird klar, dass Depression und Glück Spiegel-Geschwister sind.

Die Veranstaltung

Das LNK veranstaltete Anfang Juni 2018 eine Schüler-Konferenz in dem sehr schönen Kurpfalz-Theater in Bad Oeyenhausen. Das Haus ist verspielt, barock und traumhaft. Es waren etwa 300 Schüler ab Klasse 10 anwesend. Nach der sympathischen Anmoderation von Stefan Leiwen hörten wir einen informativen Vortrag „Vom Ende der Finsternis“ von Chefarzt Dr. Konkol über Depression. Mir ist wieder klar geworden, wie gut wir über Depression Bescheid wissen und doch in vielen Fällen erst zu spät helfen können. Und es wurde deutlich, wie nah sich die Themen Depression und Glück sind – quasi wie Spiegelbilder.

Danke auch an die Akademie des Glücks, das grandiose Team von GetPeople e.K. und die Sponsoren wie die Barmer.

Die Spiegel-Geschwister

Dr. Konkol zeigte ein eindrückliches Bild für Depression. Wir sahen Grau und Schwarz. Ein tiefes Loch im Boden. Auf dem Grund des Lochs eine kleine in sich gesunkene Gestalt ohne Hoffnung auf Entkommen. Sie fühlt sich allein – unabhängig davon, wie viele Menschen außerhalb des Lochs stehen.

Was ist das Spiegelbild eines grauen Lochs, in dem eine versunkene Gestalt kauert? Ja, ein farbiger Berg, auf dessen Gipfel eine Gruppe Reisender steht und den Erfolg feiert. In ein Loch fällt man <-> einen Berg erklimmt man. Im Loch sehe ich nur Loch <-> auf dem Gipfel sehe ich alles andere um mich herum.

Die Spiegel-Geschwister sind sich allerdings auch sehr ähnlich, und zwar in der Art und Weise, wie sie funktionieren. Die Mechanismen sind sehr komplex und können hier nicht ausreichend dargestellt werden. Aus meiner Sicht als Nichtmediziner sind für beide Geschwister einfach gesagt überwiegend die gleichen Gene, Hormone und Auslöser beteiligt. Zur weiteren Lektüre empfehle ich Esch (2012), Neurobiologie des Glücks.

Die verhaltenstherapeutische Behandlung von Depression ähnelt in den Themen und der Vorgehensweise an Glückstraining – beides zielt auf die Steigerung von Glücksmomenten und Lebenszufriedenheit und den besseren Umgang mit negativen Gefühlen. Beispiele dafür sind die Unterbrechung negativer Gedankenschleifen, Wahrnehmung positiver Lebensaspekte, Entspannungs- und Aktivierungsmethoden oder Umgang mit negativen Gefühlen.

Der Startpunkt unterscheidet sich naturgemäß: Bei Depressionstherapie geht es auf der Glücksskala von -5 in Richtung Plus. Beim Glückstraining von +2 auf +5.

Zu glücklich?

Allerdings gibt es auch ein „zu viel Glück“. Es gibt Menschen, deren soziale Beziehungen, Arbeitsleistung und Gesundheit negativ durch zu viele Glücksmomente beeinflusst werden. Das kann z.B. durch Drogen wie Ecstasy oder durch Erkrankungen wie z.B. Manie ausgelöst werden. Es gibt von allem auch ein „zu viel“. Allerdings denke ich, dass die überwiegende Mehrheit von uns sich da keine Sorgen machen muss 😉

Was heißt die Gemeinsamkeit von Depression und Glück für uns?

Interventionen für mehr Glück machen uns gleichzeitig widerstandsfähiger gegen Depression. Es ist absolut notwendig, darauf bereits im Schüleralter zu achten und Programme zu fördern, die Glück stärken – wie z.B. das „Schulfach Glück“ oder Glückstrainings für Erwachsene.

Glück ist nicht nur zum Spaß da! Es hat präventive und therapeutische Wirkung.
Auf zu mehr Glück!

Glückliche Grüße
Dominik

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Glücksräume statt Pulverfässer

Ich bin seit 2012 „Glückslehrerin“ in der Berufeinstiegsschule einer Berufsschule. Für mich und meine Schule ist dieses Fach mit die einzige Möglichkeit, den immer größer werdenen Dilemma der Schüler und Schülerinnen einen Raum zu geben.

Für die unter anderem erfolgreiche Integration von jungen Menschen, die hoch traumatisiert, heimatlos, ohne Familie und unter dem Druck stehen, innerhalb kürzester Zeit, die Sprache zu lernen, einen Schulabschluß zu schaffen und und und, sind die Methoden und das Vorgehen des „Glücks“ ein „Ruheraum“. Sie können dort ohne Bewertung mal ihre Situation in Ruhe betrachten und kleine Schritte befeiern, Ziele und Herzenswünsche formulieren und verfolgen.

Wir sind sehr froh diese Methode an unserer Schule zu haben, ohne sie wage ich zu behaupten sind manche Schüler und Schülerinnen wandelnde Pulverfässer und dies wird von den Schulbehörden gänzlich unterschätzt und die Schulen damit allein gelassen.

Die dem Glück zu Grunde liegende systemische Haltung rollt so langsam als Impuls durch die ganze Schule und „wirkt“ auch mehr und mehr nachhaltig.

Für mich ist das Unterrichten des „Schulfaches Glück“ nicht nur vorteilhaft für die SuS sondern auch für uns Lehrkräfte wirkt es genauso, in der Interaktion mit den SuS.

Mit Interesse verfolge ich die ernsthafte Diskussion der Politiker in Niedersachsen ein Schulfach „Ernährung“ einzuführen. Das scheint mir zu kurz gedacht. Daher stehe ich auch schon im Kontakt mit dem Ministerium wenn schon denn schon, größer zu denken und ein Fach zu entwickeln, einmal mehr nachdenken vielleicht, das auch das „Glück“ mit implementiert.

Für mich der einzige machbare Weg, um den sich immer mehr in den Vordergrund schiebenden Dilemma von Schülern und Schülerinnen durch familiäre und gesellschaftliche Veränderungen einen Lösungsweg zu geben.

Wie seht ihr das ?

Susanne Pflüger
u.a. Glückslehrerin

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Der Glücksturm

Viele Wissenschaftler, Philosophen und Forscher haben sich mit der Frage beschäftigt, ob und wieviel der einzelne Mensch zu seinem persönlichen Glück beitragen kann und welche Rolle die äußeren Umstände und die Veranlagung spielen.

Warum scheint bei manchen Menschen alles so mühelos und einfach zu laufen und bei anderen geht immer alles schief?

Laut Sonja Lyubomirsky, Psychologin und weltweit anerkannte Glücksforscherin, haben wir tatsächlich eine angeborene, unterschiedlich hohe Kompetenz für das Glücklich Sein. Sie nennt das den „Glücksfixpunkt“, der von Geburt an in uns festgelegt ist und etwa 50% unseres Glücksniveaus ausmacht. Nur ca. 10% unseres Glücksempfindens hängen von unseren Lebensumständen, also Gesundheit, Finanzen, Familiensituation und so weiter ab. Die verbleibenden 40% hängen von unserer eigenen, persönlichen Einstellung und allen Aktivitäten, die wir bewusst setzen, ab.

Natürlich können wir diese Zahlen jetzt in Frage stellen und darüber diskutieren, ob es nun wirklich immer genau zu 50% auf die Veranlagung ankommt oder ob die äußeren Umstände nicht doch mehr Wirkung zeigen – wahrscheinlich gibt es darauf so viele verschiedene Antworten wie es Menschen gibt.

Das Schöne an diesen Forschungsergebnissen für mich persönlich ist, dass wir 40%, also doch einen großen Teil, unseres Glücks selbst in der Hand haben. Für manche Menschen ist es einfacher, für manche vielleicht etwas schwieriger – aber jeder Mensch kann sehr viel selbst zu seinem eigenen Wohlbefinden und zu seiner Lebenszufriedenheit beitragen.

In meinem neuen Buch „Flo W. voll im Flow – Glück“ erzählt Flo von ihrem neuen Unterrichtsfach Glück und stellt die Frage „Kann man glücklich sein lernen?“

Der Pilot Udo Überflieger ist überzeugt davon und erklärt das alles anhand eines Turmes, den er aus bunten Bausteinen baut. Der untere Teil ist vorgegeben und bei jedem Menschen unterschiedlich hoch.

„Aber das Wichtigste kommt jetzt“, erklärt Udo und holt noch einige bunte Bausteine hervor, die er wiederum auf dem Turm platziert.

 „Diese Bausteine kannst du selbst auf den Turm stellen, wann immer du willst. Es liegt an dir, wie hoch der Turm am Ende wirklich wird.“

„Und wofür stehen diese Bausteine, die ich selber draufstellen kann?“, fragt Flo, die langsam versteht, worauf Udo hinauswill.

„Für deine Gedanken, Worte und Taten. Alles, was du denkst, sagst und tust, kann dazu beitragen, dass der Turm höher wird. Ein nettes Wort zu deiner Mama, ein Dankeschön. Wenn du etwas tust, das dir Freude macht. Wenn du anderen zuhörst und ihnen sagst, dass du sie gern hast. Wenn du weniger jammerst und versuchst, dich über kleine Dinge zu freuen …“

„Oder wenn ich mit meinem Bruder spiele?“

„Ja, genau“, bestätigt Udo. „Du kannst selbst beeinflussen, wie glücklich du bist – und natürlich kann man auch lernen, wie man das macht. Ich bin sicher, euer Glückstrainer hat einige gute Ideen dazu. Er kann euch nicht glücklich machen, aber er kann euch zeigen, wie ihr euch selbst glücklich machen könnt.“

Fest steht, dass jeder einzelne an jedem Tag für sich selbst und in seiner Umgebung etwas beitragen kann, um seinen persönlichen Glücksturm ein Stück höher zu bauen.

In einer Schulklasse habe ich vor kurzem zwei unterschiedlich hohe Glückstürme für Felix und Emil (erfunden) aufgebaut. Die Kinder sollten sich dann überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, die beiden Türme höher zu bauen. Am Ende waren die Türme fast gleich hoch. Die Kinder haben sehr gut verstanden, worum es geht. Sie haben auch erkannt, dass es für Emil  viel mehr Aufwand war, den Turm höher zu bauen, aber dass auch Felix mit dem an sich schon hohen Glücksniveau nicht tatenlos sein kann.

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Glückliche Bildung

Mancher hat mit der Muttermilch aufgesogen, dass Bildung eine Wert-volle Angelegenheit ist und bildet sich mit Freude. Anderen stellen sich die Haare zu berge, wenn sie das Wort „Bildung“ auch nur hören. Sie denken an Zwang oder Anstrengung.

Man kann einen 14-Jährigen verstehen, wenn er nicht auf Bildung steht. Der hat wirklich anderes um die Ohren. Da stürmen ihm die Hormone durch die Gehirnwindungen mit wenig Platz für den Quatsch der Alten.

Was ist eigentlich Bildung? Wann hat sie einen Wert? Wann könnte man von „glücklicher Bildung“ sprechen?

Was Bildung ist

Es gibt unzählige Definitionen von Bildung. Alleine das Wort ist vielfältig einsetzbar. Macht man sich ein Bild? Ist Bildung eigentlich Ein-Bildung? Ist man gebildet im Bilde? Bildet man seine Meinung oder seinen Charakter?

Inspiriert durch meine praktische Arbeit in Glücks-Seminaren und durch den Humanismus, stelle ich dir hier meine Definition vor, die du so vielleicht noch nie gehört hast:

Bildung = Formung durch Wissen und Erfahrung

Wann ist also Bildung eine glückliche?
Dazu brauchen wir noch eine Vorstellung von Glück. Wer mich kennt, der hat schon von meiner Glücksformel gehört:

Glücksmomente + Lebenszufriedenheit + Umgang mit negativen Gefühlen

Die beiden Ansätze zusammen ergeben eine glückliche Bildung. Wenn das Glück Zwischenstand und Ziel ist, dann ist die Bildung der Weg dahin. Allerdings nur dann, wenn Bildung entweder Glücksmomente erzeugt, für den sich Formenden sinnvoll erscheint oder wenn sie mir erfahrbar dabei hilft, schwierige Situationen zu meistern. Und das ist erst einmal völlig unabhängig von festen inhaltlichen Vorstellungen.

Bildung und Glücksmomente

Ich habe einmal eine kleine Sache gelernt, die mich absolut glücklich gemacht hat. Warum lindert es nicht den Schmerz, nach scharfem Essen Wasser zu trinken? Warum hilft Joghurt? Das hat mein Elefant und auch mein Reiter vorher nie verstehen können. Antwort: Weil die Stoffe, die die Schärfe auf der Zunge erzeugen, nicht wasserlöslich, sondern fettlöslich sind. Bist du jetzt davon weggehauen und glücklich? Wahrscheinlich nicht. Ich war es – tagelang bin ich mit einem Grinsen rumgelaufen. Ich hatte etwas verstanden, was ich jahrelang unverständlich fand. So hat jeder seine Erkenntnisse, die glücklich machen.

Bildung und Lebenszufriedenheit

Die Beschäftigung mit Glück macht mich und dich glücklich. Eine Facette davon ist, dass jede kleine Information die du über das Thema lernst, deine Sicht der Welt ergänzt. Ich forme mich immer weiter in dem Verständnis, wie wertvoll das Leben ist, wie wir gut mit anderen Menschen umgehen und gemeinsam Ziele erreichen. Ich erfahre, wie wirkungsvoll diese Arbeit ist. Das macht sehr sehr zufrieden.

Bildung und Umgang mit negativen Gefühlen

Krisen geschehen, das ist sicher. Es macht aber einen Unterschied, wie wir damit umgehen. Wir wollen meist keine Erdulder sein – Erdulder unserer Gefühlsschwankungen, anderer Menschen, bei der Arbeit, der körperlichen Schwächen. Es fühlt sich gut an, Gestalter zu sein – Gestalter des eigenen Körpers, des Geistes, des Erfolgs. Und klar, da kommt die Bildung, d.h. die Formung durch Wissen und Erfahrung, ins Spiel. Seit ich mehr verstehe, wie wir Menschen funktionieren und wie wir besser miteinander umgehen, desto näher komme ich meinem Ziel zu einem glücklichen Leben. Ich ärgere mich nicht mehr über Autos/Personen, die sich vor mir langsamer bewegen als ich das will. Ich erreiche meine Ziele leichter, z.B. jährlich wieder auf mein Wohlfühlgewicht zu kommen. Allerdings lerne ich auch, dass mein Wohlfühlgewicht sich von Jahr zu Jahr erhöht 🙂

Macht Goethe glücklich?

Ja, wenn er Spaß macht, im Umgang mit schwierigen Situationen hilft oder erfahrbar den Lebenssinn bereichert 🙂 Und das ist sehr subjektiv.

Berufliche Weiterbildung

Der Fokus ist hier oft: Wie kann ich die Herausforderungen meines Berufs besser bewältigen. Das ist sehr wichtig. Allerdings geht es bei der glücklichen Bildung um mehr. Weiterbildung sollte einen inneren Sinn vermitteln, das größere Ganze bereichern, die Persönlichkeit stärken und einfach verdammt viel Spaß machen. Ohne Bescheidenheit kann ich sagen, dass uns GlücksStiftern das in den Seminaren gelingt. Und ich möchte dabei helfen, dass immer weiter in die Bildungslandschaft zu bringen.

Bildung in der Schulpraxis

Wer meinen Ansatz ok findet, der versteht, warum ich nicht mit der Bildung im „normalen“ Schulalltag einverstanden sein kann. Bildung ist in unserer Gesellschaft meist zu sehr Reiter-Business. Der Elefant wird ignoriert. Zu selten ist der Schulalltag geprägt von Lernbegeisterung, eigenständiger Findung von Lösungen und vom Lernen von sozialen Fähigkeiten oder Selbstregulation.

Wie und dass das funktioniert, wie Kinder begeistert von Unterricht sein können und wirklich fürs Leben lernen, das zeigen die Erfahrungen meiner Seminarteilnehmer und die Berichte hier auf dem Blog.

Lasst uns auch in Schulen und in der Weiterbildung nach dem Motto leben:

Gemeinsam sinnvolle Ziele erreichen und dabei Spaß haben

 

Wenn du Lust hast, schreib gleich einen Kommentar mit deinen Gedanken.
Dir einen glücklichen Tag 🙂

Dein GlücksStifter Dominik

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Studenten stürmen Glücksvorlesung

Yale UniversityFast 1.200 Studenten möchten die Veranstaltung „Psychologie und ein gutes Leben“ der Professorin Laurie Santos besuchen – ein Rekord in der Geschichte der Yale-University. Eine logistische Herausforderung, die allerdings zeigt, wie dringend dieses Thema ist. Das zeigen auch die vielen Anfragen, die ich in letzter Zeit für meine Weiterbildungen in Berlin, Hamburg und Wien erhalte Danke!!

Hier geht es zum Artikel auf Spiegel-Online

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Geld allein macht auch nicht unglücklich

Macht Geld glücklich? Ja und nein? Kommt drauf an? Genau.
Glückstipps stehen ganz unten im Artikel. Aber zuerst sehen wir uns an, was die Glücksforschung uns dazu zu sagen hat.

Gücksforschung: Glück und Geld

  • Easterlin untersuchte die Entwicklung der Ökonomie in verschiedenen Ländern und verglich sie mit den Daten des subjektiven Wohlbefindens. Sein Ergebnis: In einigen Ländern stieg die effektive Kaufkraft um mehr als das sechsfache. Das Wohlbefinden blieb gleich. Ergebnis: Mehr Geld macht nicht glücklicher. Für die damalige Zeit (70er Jahre) eine überraschende Erkenntnis und bis heute nicht unumstritten.
  • Internationaler Vergleich: Betrachtet man sich das real verfügbare Haushaltsnettoeinkommen in verschiedenen Ländern in Beziehung zum Wohlbefinden fällt auf, dass in „armen Ländern“ ein klarer Zusammenhang zwischen Geld und Zufriedenheit zu sehen ist. Mehr Geld macht glücklicher. Dieser Zusammenhang wird aber für die wohlhabenderen Länder immer kleiner. Man nennt das Phänomen „abnehmender Grenznutzen„. Auch das ist nicht unumstritten, sollte uns aber zum Nachdenken anregen (z.B. über die Ziele deutscher Politik).
  • Sieht man sich nur ein einzelnes Land an, kann man einiges feststellen. Z.B. vergleichen wir uns ja in der Regel nicht mit allen Ländern der Welt, sondern vielleicht eher mit dem Nachbarn, Arbeitskollegen oder gesellschaftlichen Schicht. Hier kommt es sehr auf die eigene Einstellung an, wie der Vergleich für einen selbst ausfällt.
    Das belegen einige Studien. Zur Zeit (Dez. 2017) geht gerade eine aktuelle Studie durch die Presse. Demnach verwenden wir diejenige Vergleichskriterien, die uns gerade zur Verfügung stehen. Menschen mit überdurchschnittlich viel Geld haben die Tendenz, das auf ihre persönliche Leistung zu beziehen – was sie stolz und zufrieden machen kann. Hat man unterdurchschnittlich viel Geld, kann man immer noch im sozialen Bereich über Freunde, Familie oder gesellschaftliches Engagement punkten. Beides macht zufrieden.
  • Geld hat zudem selbst in wohlhabenden Ländern eine beruhigende Wirkung und fällt vor allem dann auf, wenn es gerade NICHT da ist („Hygienefaktor“). Geldsorgen sind immer unglücklich – vor allem wenn es um die Grundversorgung geht.
  • Zudem sind noch Glücksmomente von Lebenszufriedenheit zu trennen. Mit mehr Geld kann man den eigenen Sinn einfacher verwirklichen als ohne (z.B. Berufswahl, Bildungsmöglichkeiten der Kinder). Glücksmomente sind allerdings sehr günstig zu haben – eine Tafel Schokolade kann sich jeder von Zeit zu Zeit leisten.

Wer mehr aus der Wissenschaft dazu lesen möchte, wird z.B. über die world happiness reports, Daniel Kahneman, Ed Diener oder World Database of Happiness fündig.

Geld-Glücks-Tipps

Wenn Sie in einem wohlhabenden Land leben, dann werden Sie am besten so glücklich:

  • Wenn Sie sich vergleichen wollen, dann mit denen, die weniger haben.
  • Wenn Sie Geld übrig haben, geben Sie es für andere aus.
  • Genießen Sie auch die günstigen Momente im Leben.
  • Geben Sie Geld eher für Erlebnisse als zusätzlichen Konsum aus.

Glückliche Grüße,
Dominik

 

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Positive Psychologie – Was ist das eigentlich?

„Wer nichts über Glück weiß, kann es auch nicht finden.
Wer hingegen viel über Glück weiß, kann es sogar trainieren.“
(Manfred Spitzer, Hirnforscher)

Die Positive Psychologie ist eine Forschungsrichtung innerhalb der Psychologie, die sich mit der Frage beschäftigt, was das Leben lebenswert macht. Sie untersucht die positiven Aspekte des menschlichen Lebens und Miteinanders, die das Leben gesünder, besser und glücklicher machen. Die Positive Psychologie ist eine recht junge wissenschaftliche Disziplin, die Menschen darin unterstützen möchte, mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden in das eigene Leben zu bringen. Dies wirkt sich vorteilhaft auf zwischenmenschliche Beziehungen, auf die Gemeinschaft und somit auf unsere Gesellschaft in ihrer Gesamtheit aus.

Im Gegensatz zur klassischen Psychologie, bei der die Behandlung, Entstehung und Erforschung negativer Gefühle und klassischer Krankheitsbilder im Vordergrund steht, setzt die Positive Psychologie ihren Fokus auf die Erforschung des Gegenteils davon: positive Gefühle, Ressourcen, Chancen und Stärken.

Im Grunde verfolgt die Positive Psychologie drei Ziele:

  1. Positive Gefühle im Leben der Menschen zu vermehren
  2. Stärken und Ressourcen eines Menschen fördern und nutzbar machen
  3. Bessere Lebensbedingungen erzeugen

Um dem eigenen Leben eine positive Wendung zu geben, müssen drei Bereiche einbezogen werden:

 

Damit diese drei Ebenen im Einklang miteinander funktionieren, ist es Voraussetzung, die Verantwortung für jeden einzelnen Teilbereich zu übernehmen. Die Übungen, Methoden und Trainings der Positiven Psychologie zielen genau darauf ab – den Menschen darin zu fördern, seine Ressourcen und Stärken zu erkennen, sie für sich nutzbar zu machen und im Einklang mit ihnen zu leben. Dies führt zu mehr Vertrauen, Lebenssinn, Gelassenheit, Geborgenheit, Dankbarkeit, Optimismus im Alltag und garantiert letztlich mehr Glück und Wohlbefinden im Alltag für jeden Einzelnen von uns.

„Gute Gefühle sind kein Schicksal – man muss und kann sich darum bemühen.“
(Stefan Klein, Wirtschaftsjournalist)

Komm mit und mach dich auf die Reise zu deinem ganz persönlichen Glück. Es lohnt sich!

Magdalena Anna Bożko

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Flow – Mit Kopf, Herz und Händen

Es gibt Momente, in denen wir vollkommen aufgehen in dem, was wir gerade tun. Alles läuft scheinbar wie von selbst und wir versinken in der Tätigkeit und nehmen nicht mehr wahr, was um uns herum passiert.

Diesen Zustand nennt man „Flow“.

Der Begriff stammt von dem in den USA lehrenden Ungarn Mihály Csíkszentmihályi. Er hat viele Forschungen mit Sportlern und Künstlern durchgeführt, um herauszufinden, was Menschen brauchen, um Flow zu erleben. Das Besondere an diesem Zustand ist, dass ein Mensch besonders glücklich ist und gleichzeitig sehr hohe Leistungen erzielen kann. Es ist ein Bewusstseinszustand, in dem das Fühlen, das Denken und das Handeln in Einklang sind und gemeinsam ein Ziel verfolgen. Dadurch werden die Hindernisse, die uns im normalen Alltag oft viel Kraft und Energie kosten, überwunden und unser Tun verläuft absolut reibungslos.

Die Fähigkeit, im Flow zu sein, hat jeder Mensch in sich. Sie ist uns angeboren.

Kleine Kinder geraten sehr leicht in diesen Zustand, wenn sie nicht durch äußere Ablenkungen gestört werden. Ich habe das schon oft bei meinen eigenen Kindern oder auch auf Spielplätzen beobachtet. Wenn Kinder zum Beispiel in einer Sandkiste sind und frei mit Sand und Wasser experimentieren dürfen, oder wenn sie sich gemeinsam Rollenspiele ausdenken. Kinder nehmen ihr Spiel sehr ernst, für sie verschwimmt die Grenze zwischen „Arbeit“ und „Spiel“. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn sie manchmal heftig reagieren, wenn sie in ihrem Tun, im Flow, unterbrochen werden. Sie reagieren wütend oder beinahe aggressiv, weil sie aus einem sehr angenehmen Gefühlszustand herausgerissen werden. Mir persönlich hat diese Erkenntnis sehr geholfen, wenn es darum geht, meine eigenen Kinder zu verstehen.

Aber nicht nur Kinder können diesen glückbringenden Flow-Zustand mühelos erreichen, auch jeder Erwachsene erlebt ihn immer wieder ganz natürlich. Manche Menschen beim Sport, andere bei einer kreativen Tätigkeit, in der Natur oder beim kochen. Meistens merken wir erst im Nachhinein, dass wir vollkommen „bei der Sache“ waren und alles wie von selbst gelaufen ist. Leider passiert das im Berufsalltag eher selten und auch in der Freizeit gibt es immer wieder störende Faktoren.

Ich habe mich im Rahmen einer Ausbildung bei Prof. Dr. Manfred Winterheller eingehend damit beschäftigt, wie wir diesen Flow Zustand wieder mehr und öfter erleben können und dadurch glücklicher und erfolgreicher werden. Dabei geht es um weit mehr als um flüchtige glückliche Erlebnisse. Es geht darum, für uns selbst und in unserem beruflichen und privaten Umfeld Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer es möglich ist, alleine oder gemeinsam mit anderen in Flow zu kommen. Wenn das passiert, verschwinden viele alltägliche Konflikte und Reibungen und vieles beginnt einfach zu „zu fließen“.

  

Zuerst ist es wichtig, herauszufinden, was uns Freude macht. Dabei sollten wir nicht an der Oberfläche bleiben, sondern tief in unserem Inneren spüren, bei welcher Tätigkeit wir uns so richtig lebendig fühlen.

Außerdem ist es von großer Bedeutung, dass unsere Fähigkeiten und die Herausforderung, der wir uns stellen, in Balance sind. Wenn die Herausforderung zu hoch ist, fühlen wir uns überfordert, wenn sie zu gering ist, fühlen wir uns gelangweilt. Nur wenn beides zusammenpasst und wir uns in einem angemessenen Maß fordern, kann Flow entstehen.

Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass wir uns auf die Tätigkeit voll und ganz einlassen und uns nicht durch äußere Ablenkungen, wie Handy, Fernsehen usw. stören lassen.

Schließlich brauchen wir eine tiefe Bedeutung, ein Ziel, das wir mit unserem Tun verfolgen. Es geht dabei nicht vordergründig um die Erreichung des Ziels, sondern darum, dass wir in unserer Tätigkeit Sinn sehen.

Wenn diese vier Faktoren zusammenspielen, dann kann Flow entstehen. In meinem Buch „Flo W. voll im Flow“ habe ich versucht, diese und noch viele weitere Grundlagen zum Thema „Flow“ in Form einer Geschichte zu erzählen, die Kindern und Erwachsenen einen Einblick in eine Welt gibt, die für viele Menschen wünschenswert ist…

 

 

Aus dem Buch:

Die zweite magische Kraft, die Flo so besonders macht, ist ihre Fähigkeit, voll und ganz in dem aufzugehen, was sie gerade tut. Wenn sie von einer Sache wirklich begeistert ist, vergisst sie alles um sich herum und konzentriert sich nur auf diese eine Sache. Flo hält sich gerne im Garten der Caretta auf, beobachtet die Schmetterlinge und zeichnet alles, was sie sieht, ganz genau. Sie hat auch schon einige Male miterlebt, wie sich eine Raupe verpuppt hat und wenige Tage später daraus ein wundervoller Schmetterling geschlüpft ist. Das waren großartige Erlebnisse für Flo. Manchmal ist sie so versunken in ihre Beobachtungen und ins Zeichnen, dass sie nicht einmal hört, wenn sie jemand ruft.

Ihre Mama findet das wunderbar und meint dann: „Flo ist wieder mal im Flow.“ Als Flo sie einmal fragte, was das heißen soll, erklärte sie: „Das bedeutet, dass dein Kopf, dein Herz und deine Hände perfekt zusammenspielen. Dadurch werden deine Zeichnungen so gut und außerdem bist du in diesen Momenten zufrieden und glücklich. Stimmt doch, oder?“

Flo stimmte Filippa lachend zu und wiederholte:

 „Mein Kopf, mein Herz und meine Hände spielen perfekt zusammen. Das klingt schön!“

 „Ja, das ist auch wunderschön“, bestätigte ihre Mama. „Bewahre dir diese wunderbare Fähigkeit, Floriane. Es gibt nicht viele Menschen, die das können. Es ist ein großes Glück, wenn du etwas findest, das dein Herz erfüllt und das dir so viel Freude bereitet.“

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Ein kleines Glücksprojekt

Das Tomatenfest

Ich arbeite in einer stationären Einrichtung, mit Kleinkindern und Kindern im Grundschulalter.
Die Kinder kommen aus schwierigen Familienverhältnissen und sind zum Teil schwer
traumatisiert. Während der Eingewöhnungsphase sind diese Kinder oft sehr traurig. Aber nach und nach kann ich beobachten, wie es ihnen immer besser geht und sie wieder fröhlicher werden.

Es gibt viele Möglichkeiten den Kindern Glücksmomente zu bereiten. So z.B. saßen wir eines Abends beim Essen. Es gab u.a. Tomaten. Ich fragte die Kinder ob sie wüssten wo die Tomaten herkommen. Ein Junge antwortete spontan ,, von Lidl “. Ich erklärte ihm, dass Tomaten an einem Strauch wachsen und wir beschlossen am nächsten Tag Tomaten-und Gurkenpflanzen zu kaufen.

Gemeinsam pflanzten wir alles ein. In den folgenden Wochen kümmerten sich die Kinder eifrig um die Pflege der Pflanzen. Jedes mal wenn ich zum Dienst kam, berichteten sie mir die neuesten Fortschritte. Besonders groß war die Begeisterung als die ersten Tomaten und Gurken zu sehen waren. Ich versprach den Kindern einTomatenfest zu feiern, wenn die Tomaten reif sind. So verging die Zeit aber natürlich nicht ohne Aufregung.

Einmal geschah es, dass eines von unseren kleinen Kindern angekrabbelt kam und sich über die noch grünen Tomaten her machte. Wir hatten einige Mühe unsere Tomaten vor den Kleinen zu schützen. Doch eines Tages war es dann soweit.

Die Vorfreude war schon riesengroß. Unsere Gesichter bemalten wir wie eine Tomate, was
schon mal für große Ausgelassenheit sorgte. Dann ging es los. Wir machten mehrere
Wettspiele, wie z.B. Topfschlagen oder “Eierlauf”. Unter dem Topf lagen diesmal keine
Süßigkeiten sondern Tomaten. Auch beim “Eierlauf” lagen Tomaten auf dem Löffel. Wir
hatten alle viel Spaß, lachten und kicherten. Zum Abendessen gab es ,wer hätte das
gedacht, Tomaten, die natürlich viel besser schmeckten als die von ,,Lidl”.

Als ich die Kinder ins Bett brachte, strahlten sie alle und waren sichtlich glücklich. Einige fragten mich wann die Gurken reif sind und ob wir dann ein Gurkenfest feiern. Was ich natürlich gerne versprach.

Auch mir macht es immer wieder viel Freude zu sehen wie die Kinder, trotz der schwierigen Lage in der sie sich befinden, glücklich und ausgelassen sein können.

Für mich gibt es nichts Schöneres, als zur Arbeit zu kommen und die Kinder mit einem strahlenden Lächeln auf mich zukommen zu sehen.

Lydia

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