Archiv der Kategorie: GlücksTipps

Tipps, wie Du mehr Glücksmomente und Lebenszufriedenheit erleben kannst

Umgang mit negativen Gefühlen – Mein Weg aus der Krise

Ich bin Erzieherin in einer stationären Kriseneinrichtung und betreue dort Kinder im Alter zwischen 6 und 10 Jahren. Die Kinder sind meist schwer traumatisiert und verhaltensauffällig. Die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Spaß, bringt mich aber auch manchmal an meine Grenzen. Um neue Impulse zu bekommen und mich persönlich weiterzuentwickeln habe ich  an der Weiterbildung ,,Schulfach Glück“ teilgenommen. Kurz vor Ende des Kurses bin ich in eine tiefe Krise gerutscht, die sich zu einer Depression entwickelte. Die Ursache lag z. T. an den schwierigen Arbeitsbedingungen, in denen ich mich häufig überfordert fühlte. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Ich dachte, ,,Ich weiß doch jetzt wie das geht mit dem Glück, ich habe es doch gelernt”.

Mit der Zeit hatte ich nur noch Angst und Schuldgefühle, so dass ich nichts mehr auf die Reihe bekam. Ansonsten fühlte ich gar nichts mehr. Ich war vollkommen handlungs- und entscheidungsunfähig. Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl waren verschwunden. Erschwerend kam noch hinzu, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Den Kurs konnte ich nicht beenden. Auch alle anderen Dinge, die mir bis dahin viel Freude bereitet hatten, wie Sport,  Gitarre spielen oder in der Natur sein, machten mir keinen Spaß. Ich hatte keine Lebensfreude und keine Zuversicht mehr. Mir kam alles sinnlos vor.
Zu allem Anderen machte ich mir auch noch ständig Gedanken, dass ich mich bei meinen Kollegen/innen überhaupt nicht mehr blicken lassen brauche. Auch wenn sie mir versicherten, dass sie Verständnis für meine Situation haben, dachte ich, ,,Sie sind sicher sehr wütend auf mich, weil ich solange ausfalle”. Kurz und gut, in meinem Kopf waren nur noch negative Gedanken. Ich konnte das schwer akzeptieren. Ich war doch immer ein so zufriedener, positiver Mensch.

Meine Familie und meine Freunde versuchten für mich da zu sein und mir zu helfen. Obwohl ich während dieser Zeit nicht gerade nett zu ihnen war und niemanden sehen wollte. Sie gaben aber nicht auf, bedrängten mich immer wieder mir ärztliche Hilfe zu suchen.
Nach einer langen Odyssee hatte ich endlich einen guten Arzt und einen guten Therapeuten gefunden. Diese erklärten mir, dass Depression eine Krankheit ist, bei der bestimmte Botenstoffe im Gehirn nicht mehr ausgeschüttet werden und dass ich dafür für nichts kann.

Die Ängste und die Gefühllosigkeit sind typische Symptome dieser Erkrankung. Damit ich erstmal aus dem ganz tiefen Loch herauskam und wieder schlafen konnte wurde ich medikamentös eingestellt. Arzt und Therapeut machten mir aber auch klar, dass ich selbst etwas tun muss, um die Depression zu überwinden. Das leuchtete mir ja auch ein, aber irgendwie ging gar nichts mehr.

 

Um es mit der Metapher vom Reiter und Elefanten auszudrücken, der Reiter wollte los, der Elefant blieb liegen und war nicht zu bewegen aufzustehen. Durch das, was ich im Glückskurs gelernt hatte, wusste ich, dass jetzt der Reiter gefordert war, den Elefanten zu überzeugen, endlich wieder in die Gänge zu kommen. Also setzte ich mir ein smartes Ziel. Morgen gehe ich ins Fitnessstudio. Der Reiter packte die Sporttasche. Aber der Elefant dachte ,,nö” und wir legten uns wieder hin.

Doch der Reiter gab nicht auf. Irgendwann ließ sich der Elefant überzeugen. Wir könnten es ja mal versuchen, probehalber. Danach stellten wir fest, dass es uns irgendwie besser ging. Okay, dann können wir ja nochmal gehen. Nach und nach ging es immer leichter und fing sogar an, wieder Spaß zu machen.

 

Die Produktion der Botenstoffe in meinem Gehirn wurde wieder angekurbelt.
Jetzt ging es langsam aber stetig aufwärts. Eines Abends nahm ich meine Gitarre wieder zur Hand und merkte, dass ich nichts verlernt hatte. Alles war noch da. Das gab mir erneuten Auftrieb und ich ging, das Erste Mal seit langer Zeit, wieder zum Gitarrenunterricht. Dann setzte ich mir jeden Tag neue kleine Ziele. Und wenn diese Ziele doch noch zu groß waren, machte ich sie kleiner, sodass ich sie erreichen konnte. Mit der Zeit gewann ich meine Kraft und mein Selbstvertrauen wieder zurück. Das Schönste war, dass meine Gefühle wiederkamen, ich wieder Gänsehaut bekam, wenn ich Musik hörte, dass ich wieder Liebe und Mitgefühl empfand. Elefant und Reiter waren wieder im Einklang.

Durch die Krankheit habe ich nochmal eine andere Sicht auf die Dinge bekommen. Es gelingt mir heute besser im Hier und Jetzt zu leben und dankbar für die Dinge zu sein, die ich bereits erreicht habe. Hierbei hat mir auch all das sehr geholfen was ich im ,,Glückskurs” gelernt und erfahren habe. So z. B. ist mir noch einmal richtig bewusst geworden, wie wichtig positive Gefühle, Engagement, soziale Beziehungen und sinnvolle Ziele für ein glückliches und erfülltes Leben sind ( siehe PERMA Modell ).

Den Kurs konnte ich mittlerweile erfolgreich beenden. Ich bin jetzt zertifizierte ,,Glückslehrerin”.

Nachdem ich wieder vollkommen gesund war sind viele wunderbare Dinge passiert. U.a. hatte ich mir geschworen, wenn ich die Krise überwunden habe, will ich bewusster leben und meine Ziele hartnäckiger verfolgen.  Eins ist mir besonders klar geworden: Ich habe schon oft in meinem Leben tolle Menschen getroffen, zu denen ich Kontakt halten wollte. Leider ist mir das nie gelungen. Ein Ziel war es also dieses zu ändern. Im ,,Glückskurs” habe ich viele interessante Menschen  kennengelernt, zu denen ich nun regelmäßig und mit viel Freude Kontakt halte.

Die Bedenken und Ängste, die ich bezüglich meiner Kollegen/innen hatte, lösten sich in Luft auf. Ich wurde sehr herzlich von ihnen empfangen. Auch die Arbeit mit den Kindern macht mir wieder viel Freude. Mein Umgang mit den Kindern hat sich nach und nach verändert. Einfach dadurch dass mein Fokus jetzt mehr auf deren Fähigkeiten und Stärken ausgerichtet ist. So gelingt es mir meist schneller eine gute Beziehung aufzubauen. Die Kinder reagieren jetzt ganz anders auf mich. Sie sind viel offener und zugänglicher. Die Situationen in denen ich oft hilflos war kann ich jetzt viel besser händeln und wenn ich doch mal an meine Grenzen komme hole ich mir Hilfe.

Einige Methoden aus dem Kurs wende ich regelmäßig an, was den Kindern und mir viel Spaß bereitet. Es ist für mich wirklich schön zu beobachten, wie diese Kinder die bereits so viel Negatives in ihrem Leben erfahren haben, für einige Momente aufblühen und einfach nur glücklich sind.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich gestärkt aus dieser Krise herausgekommen bin und   dankbar bin für diese Erfahrung. Sie hat mir noch einmal verdeutlicht  wie wichtig die kleinen Dinge im Leben sind. Durch die vielen positiven Erlebnisse im ,,Glückskurs” bin ich offener und mutiger geworden, was mir natürlich sehr hilft meine Ziele zu erreichen.

Glücksmomente kann ich viel besser wahrnehmen und genießen. Denn Glück, dass weiß ich jetzt, kann man lernen.

Lydia

 

Bilder: alle Bildrechte dieses Beitrags gehören Lydia

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Geld allein macht auch nicht unglücklich

Macht Geld glücklich? Ja und nein? Kommt drauf an? Genau.
Glückstipps stehen ganz unten im Artikel. Aber zuerst sehen wir uns an, was die Glücksforschung uns dazu zu sagen hat.

Gücksforschung: Glück und Geld

  • Easterlin untersuchte die Entwicklung der Ökonomie in verschiedenen Ländern und verglich sie mit den Daten des subjektiven Wohlbefindens. Sein Ergebnis: In einigen Ländern stieg die effektive Kaufkraft um mehr als das sechsfache. Das Wohlbefinden blieb gleich. Ergebnis: Mehr Geld macht nicht glücklicher. Für die damalige Zeit (70er Jahre) eine überraschende Erkenntnis und bis heute nicht unumstritten.
  • Internationaler Vergleich: Betrachtet man sich das real verfügbare Haushaltsnettoeinkommen in verschiedenen Ländern in Beziehung zum Wohlbefinden fällt auf, dass in „armen Ländern“ ein klarer Zusammenhang zwischen Geld und Zufriedenheit zu sehen ist. Mehr Geld macht glücklicher. Dieser Zusammenhang wird aber für die wohlhabenderen Länder immer kleiner. Man nennt das Phänomen „abnehmender Grenznutzen„. Auch das ist nicht unumstritten, sollte uns aber zum Nachdenken anregen (z.B. über die Ziele deutscher Politik).
  • Sieht man sich nur ein einzelnes Land an, kann man einiges feststellen. Z.B. vergleichen wir uns ja in der Regel nicht mit allen Ländern der Welt, sondern vielleicht eher mit dem Nachbarn, Arbeitskollegen oder gesellschaftlichen Schicht. Hier kommt es sehr auf die eigene Einstellung an, wie der Vergleich für einen selbst ausfällt.
    Das belegen einige Studien. Zur Zeit (Dez. 2017) geht gerade eine aktuelle Studie durch die Presse. Demnach verwenden wir diejenige Vergleichskriterien, die uns gerade zur Verfügung stehen. Menschen mit überdurchschnittlich viel Geld haben die Tendenz, das auf ihre persönliche Leistung zu beziehen – was sie stolz und zufrieden machen kann. Hat man unterdurchschnittlich viel Geld, kann man immer noch im sozialen Bereich über Freunde, Familie oder gesellschaftliches Engagement punkten. Beides macht zufrieden.
  • Geld hat zudem selbst in wohlhabenden Ländern eine beruhigende Wirkung und fällt vor allem dann auf, wenn es gerade NICHT da ist („Hygienefaktor“). Geldsorgen sind immer unglücklich – vor allem wenn es um die Grundversorgung geht.
  • Zudem sind noch Glücksmomente von Lebenszufriedenheit zu trennen. Mit mehr Geld kann man den eigenen Sinn einfacher verwirklichen als ohne (z.B. Berufswahl, Bildungsmöglichkeiten der Kinder). Glücksmomente sind allerdings sehr günstig zu haben – eine Tafel Schokolade kann sich jeder von Zeit zu Zeit leisten.

Wer mehr aus der Wissenschaft dazu lesen möchte, wird z.B. über die world happiness reports, Daniel Kahneman, Ed Diener oder World Database of Happiness fündig.

Geld-Glücks-Tipps

Wenn Sie in einem wohlhabenden Land leben, dann werden Sie am besten so glücklich:

  • Wenn Sie sich vergleichen wollen, dann mit denen, die weniger haben.
  • Wenn Sie Geld übrig haben, geben Sie es für andere aus.
  • Genießen Sie auch die günstigen Momente im Leben.
  • Geben Sie Geld eher für Erlebnisse als zusätzlichen Konsum aus.

Glückliche Grüße,
Dominik

 

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Lachen ist gesund

Dass Lachen Spaß macht, erklärt sich von selbst – es sei denn, man ist eine Spaßbremse, die Lachen für Charakterschwäche hält. Gerade stolpere ich über eine nette Zusammenfassung verschiedener Aspekte des Lachens (mehr dazu auf Englisch auf NBCnews):

Lachen…
… stärkt das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem
… macht widerstandsfähiger
… macht schmerzresistenter
… hilft dem Kurzzeitgedächtnis

Hauptsache, es ist ein menschenfreundliches Lachen, wie z.B. sich mit jemandem freuen oder entspannt über sich selbst lachen.

Mein langjähriger Bekannter Prof. Willibald Ruch beschäftigt sich an der Universität Zürich seit über einem Jahrzehnt wissenschaftlich mit dem Phänomen „Lachen“. In mehreren Gesprächen mit Eckart von Hirschhausen wurde mir immer wieder bewusst, dass er es mit dem Humor auch Ernst nimmt – wie sein Engagement für „Humor hilft heilen“ zeigt. Humor und Lachen sind wundervolle ernstzunehmende Instrumente, ein sinnvolles Leben zu bereichern.

Meine Teilnehmer erzählen auch immer, dass sie es großartig finden, in den Seminaren von Herzen zu lachen. Wenn der Alltag das nicht möglich macht, dann z.B. in einem humorvollen und gleichsam tiefgehenden Wochenende im Glückskurs.

Also los geht es: Heute mindestens einmal richtig lachen.

  • Erzähle jemandem einen süßen Witz
  • Schaue dir mit Freunden oder der Familie eine Komödie an
  • Lass dir einen Witz erzählen
  • Erinnere dich an Dinge, die dir die Lachtränen hervorgezaubert haben
  • Albere mit Kindern

Humorvolle Grüße,
Dominik


Mein Motto: „Gemeinsam sinnvolle Ziele erreichen und dabei Spaß haben.“

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