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Glück im Lehrerberuf

Was ist in Schulen für Lehrerglück wichtig? Eine Studie zeigt: vor allem Selbstwirksamkeit, Sinn und Autonomie. Heute möchte ich die wissenschaftliche Arbeit von Kathi Wachnowski von der Ruhr-Universität Bochum vorstellen. Eine engagierte Vorzeigeforscherin mit dem Herzen am rechten Fleck. Ein Gespräch mit ihr ist wie ein Sprung in einen Wissenssee.

In der Studie „Glück im Lehrerberuf“ befragte sie in Österreich und Deutschland insgesamt 931 Lehrerinnen und LehrerLehrkräfte zu ihrer aktuellen Situation und den Effekt auf ihr Wohlbefinden. Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich.

Formelle berufsbezogene Aspekte wie Berufserfahrung oder Schulform nehmen im Großen und Ganzen keinen Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden (SWB).

Einfach gesagt sind diejenigen Lehrkräfte glücklicher, die selbstbestimmt und sinnorientiert arbeiten. Überraschender Weise wirkt sich eine verlässliche und hilfsbereite Persönlichkeit nicht positiv auf das Lehrerglück aus (die Details finden Sie unten). Meine persönliche Vermutung ist, dass diese wichtigen Eigenschaften der Selbstfürsorge und dem Energietanken im Wege stehen können.

Was können wir daraus lernen? Eine Erkenntnis wird dadurch gestärkt: In der Schulentwicklungsberatung sollte es nicht in erster Linie um strukturelle Aspekte gehen. Viel wichtiger sind die Einstellungen der Lehrkräfte. Wenn die Lehrkräfte das wollen, lassen sich diese Einstellungen positiv trainieren für mehr Selbstfürsorge und Ausgeglichenheit. Wenn Sie dazu mehr Fragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung.

Los geht’s 🙂

Glückliche Grüße,
Dominik

 

Detailerkenntnisse der Studie:

  • Formelle berufsbezogene Aspekte von LuL (Verbeamtung/Anstellung, Befristung/Entfristung, Stundendeputat, Berufserfahrung) und der Schule (Schulfom, Lage der Schule, Größe der Schule) nehmen keinen Einfluss auf das Wohlbefinden (SWB), Ausnahmen: Deutsche Stichprobe: Anteil der SuS mit Migrationshintergrund beeinflusst die Lebenszufriedenheit ganz gering negativ, Österreichische Stichprobe: Schülerzahl beeinfluss Lebenszufriedenheit negativ
  • Demographie: Ältere und religiöse deutsche LuL sind glücklicher (höherer positiver Affekt, geringerer negativer Affekt); österreichische Lehrerinnen empfinden weniger häufig negativen Affekt und österreichische LuL in Beziehungen empfinden weniger häufig positiven Affekt
  • Big5: Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit scheinen eher Risikofaktoren für das SWB zu sein (vA Förderung negativen Affekts, negative Beeinflussung von Lebenszufriedenheit)
  • Erfolgserleben (D), Selbstwirksamkeit (D und AT) und Autonomieerleben (AT) sowie die Bedeutsamkeit der eigenen Arbeit (AT) beeinflussen sowohl positiven Affekt und die Lebenszufriedenheit positiv und hemmen negativen Affekt.
  • In AT sind die Lehrkräfte affektiv glücklicher (aber nicht zufriedener).
    In AT sind die Lehrkräfte engagierter bei der Arbeit und identifizieren sich eher mit der Schule. Die Gründe dafür müssen noch ermittelt werden!
  • Da für die deutsche und die österreichische Stichprobe unterschiedliche Prädiktoren signifikante Einflüsse auf die Facetten des SWB zeigen, ist zu überlegen, ob SWB möglicherweise ein kulturelles Konstrukt ist. – Unterschiedliche Gruppen schätzen unterschiedliche Dinge, hier sollte man dann auch auf die Kultur der Einzelschule schauen!
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